"Sommersprossen" im Auge: Wenn die Sonne die Iris verändert

    27. Juli 2017, 08:44
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    Die gutartige Veränderung tritt vor allem bei älteren Personen auf, sagen Mediziner

    Graz – Sommersprossen sind bekannt als kleine braune Pünktchen rund um die Nase. Vor allem bei hellhäutigen Menschen sind sie an vielen der Sonne ausgesetzten Stellen des Körper verteilt. Sie sind aber auch auf der Iris im Auge zu finden. Grazer Forscher sehen sie als potenziellen Biomarker für das Ausmaß der möglicherweise schädigenden UV-Bestrahlung der Augen und der Haut.

    Wer sich an der Sonne erfreut, sollte auch an die negativen Folgen einer zu langen UV-Lichteinwirkung denken – und seine Haut auf auffällige Veränderungen untersuchen lassen. Diese Möglichkeit haben im Sommer 2012 rund 700 steirische Badegäste im Rahmen der Aktion "sun.watch" der Österreichischen Krebshilfe Steiermark unter der Leitung der Grazer Dermatologin Erika Richtig von der Grazer Universitäts-Hautklinik Graz genützt.

    Im Zuge der Hautkrebs-Vorsorgeuntersuchung wurde die Haut genau unter die Lupe genommen, ein Fragebogen beantwortet und auch die Augen der Freiwilligen auf Sonnenschäden untersucht. Christoph Schwab und Christoph Mayer von der Augenklinik der Med-Uni Graz haben Untersuchungen der Iris, der Regenbogenhaut durchgeführt. Denn wie auf der Haut können auch auf der Iris Melanome entstehen.

    Bis zu 70 "Iris Freckles"

    Viel häufiger ist jedoch eine als ungefährlich einzustufende Vermehrung von Pigmentzellen an der Irisoberfläche, wie Christoph Schwab von der Grazer Universitäts-Augenklinik erklärt. Er hat die Ergebnisse der jüngsten Grazer Studie als Erstautor im Fachjournal "Investigative Ophthalmology & Visual Science" veröffentlicht.

    Demnach haben die Wissenschafter bei rund 76 Prozent aller 672 untersuchten Personen im Alter von vier bis 84 Jahren zumindest eine solche gutartige Anomalie gefunden. Das ist etwas mehr als der Durchschnitt bisheriger Studien", schildert Schwab. Im Durchschnitt waren es in der Steiermark fünf sogenannter "Iris Freckles", wie sie auch genannt werden. Allerdings wurden bei manchen Probanden bis zu 70 "Augen-Sommersprossen" gezählt.

    Vor allem interessant waren aber die weiteren signifikanten Zusammenhänge, die durch die detaillierte Auswertung der Hautuntersuchung und der Anamnese der untersuchten Personen zutage traten. So hat sich gezeigt, dass die gutartige Ansammlung von Melanozyten auf der Iris vermehrt bei älteren Personen und mit einer höheren Anzahl von Sonnenbränden oder Hautschädigungen, welche die Betroffenen bisher schon hatten, auftraten.

    Zusammenhang zwischen Glaukom und Sonne prüfen

    "Der Zusammenhang zwischen den Iris-Sommersprossen und dermatologischen Auffälligkeiten weist darauf hin, dass die Sonnenlichtexposition eine treibende Kraft für die Entstehung der Freckles sein dürfte", erklärt Schwab. Dadurch könnte sich das Risiko der bisherigen Sonnenexposition direkt am Auge abbilden.

    "Das könnte in Zukunft ein wichtiger Biomarker für die Augengesundheit und für künftige Lichtschutz-Empfehlungen für die Augen werden", so der Grazer Wissenschafter. "Personen, die viele Freckles auf ihrer Iris sehen, würde ich schon empfehlen, den bisherigen Sonnenschutz zu überdenken", betont Schwab.

    Als nächsten Schritt haben die Grazer Forscher bereits eine Studie initiiert, die zeigen soll, welche Zusammenhänge es bei bestimmten Augenerkrankungen wie beispielsweise dem Glaukom und dem Auftreten der "Augen-Sommersprossen" gibt.

    • Grazer Forscher sehen Sommersprossen auf der Iris im Auge als potenziellen Biomarker für das Ausmaß der möglicherweise schädigenden UV-Bestrahlung der Augen und der Haut.
      foto: apa/christoph schwab

      Grazer Forscher sehen Sommersprossen auf der Iris im Auge als potenziellen Biomarker für das Ausmaß der möglicherweise schädigenden UV-Bestrahlung der Augen und der Haut.

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