Hasenhüttl wünscht sich "richtig schwere" CL-Gruppe

24. Juli 2017, 16:29
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Coach befindet sich mit RB Leipzig auf Trainingslager in Seefeld und warnt vor überzogenen Erwartungen: "Vergangene Saison zu toppen wird nicht möglich sein"

Seefeld – Der deutsche Fußball-Vizemeister RB Leipzig bereitet sich aktuell in Seefeld vor. Noch bis Freitag gastiert das Überraschungsteam der vergangenen Bundesliga-Saison in Tirol und bereitet sich mit sechs Neuzugängen auf das neue Spieljahr mit der Herausforderung Champions League vor.

Bei einem Pressetermin zeigte sich der österreichische Leipzig-Trainer Ralph Hasenhüttl von den Möglichkeiten in Seefeld angetan. "Es sind alle sehr begeistert, auch von der Umgebung. Der Trainingsplatz ist super, und wir haben auch nebenbei gute Möglichkeiten etwas zu machen", sagte Hasenhüttl.

Nach dem überraschenden zweiten Platz ist die Erwartungshaltung in Leipzig noch einmal gestiegen. Der 49-Jährige sieht der kommenden Saison dennoch entspannt entgegen. "Die vergangene Saison zu toppen wird nicht möglich sein. Es ist nicht unser Anspruch, dass wir uns mit dem FC Bayern auf Augenhöhe sehen. Wir können dann von einer erfolgreichen Saison sprechen, wenn wir es schaffen, ohne große Rückschläge und Krisen konstant unsere Leistung zu bringen. Wenn wir unseren Spielstil alle drei Tage auf den Platz bekommen, werden wir zufrieden sein, egal, was wir dafür bekommen", erklärte Hasenhüttl.

Sechs Neuzugänge in Seefeld mit dabei

Als zusätzliche Herausforderung kommt für Leipzig die Champions League dazu. Dafür wurde auch der Kader vergrößert. Unter anderem mit Konrad Laimer, der von Red Bull Salzburg nach Leipzig wechselte. Die sechs Neuzugänge konnten Hasenhüttl in Seefeld bereits überzeugen. "Wir haben richtig Qualität dazubekommen. Ich sage, wir sind besser geworden. Das mussten wir auch. Wir haben letztes Jahr mit einem sehr, sehr kleinen Kader diese tolle Saison gespielt. Viel hat da nicht passieren dürfen. Wir haben in dieser Saison wesentlich mehr Spiele, deshalb brauchen wir wesentlich mehr Qualität auch in der zweiten Reihe", meinte der Steirer.

Bereits mehrmals hat er angekündigt, in der kommenden Saison vermehrt rotieren und selten dieselbe Startformation auf das Feld schicken zu wollen. Das wird vor allem im intensiven Herbst mit der Gruppenphase der Champions League der Fall sein. "Es wäre wichtig, dass wir eine gute Hinrunde spielen, dass wir bis zum Winter in allen Bewerben mit dabei sind und in der Champions League vielleicht überwintern. Das ist das erste Nahziel", betonte Hasenhüttl.

"Erfahrung sammeln" ist das Ziel

Dennoch liebäugelt der Leipzig-Trainer nicht mit einer leichten Champions-League-Gruppe, im Gegenteil. "Ich hoffe, dass es eine richtig schwere Gruppe wird. Vielleicht werden uns dann auch Grenzen aufgezeigt werden. Das finde ich aber nicht schlimm. Diese Grenzen sind nur dazu da, dass man sie selbst verschiebt und dass man daraus lernt. Das erste Jahr soll dazu dienen, dass wir dort Erfahrung sammeln", erklärte Hasenhüttl. Sein Wunsch könnte sich erfüllen. Mangels bisheriger Europacup-Auftritte werden die Leipziger nicht gesetzt sein und tendenziell schwierigere Gegner zugelost bekommen.

Der Konkurrenzkampf ist in Leipzig jedenfalls schon voll angelaufen, das zeigte auch eine Szene im Training am Montagvormittag. Der Ex-Salzburger Naby Keita grätschte kurz vor Trainingsende Diego Demme um, was zu kurzer Aufregung und einem vorzeitigen Ende der Einheit führte. Hasenhüttl wollte die Szene aber nicht überbewerten. "Im Trainingslager geht es um die Plätze. Verletzen sollte sich keiner, aber mit ein bisschen Aggressivität im Training habe ich überhaupt kein Problem", meinte Hasenhüttl. Das einzige Testspiel im Trainingslager steigt am Dienstag gegen den türkischen Klub Konyaspor. (APA, 24.7.2017)

  • "Wir können dann von einer erfolgreichen Saison sprechen, wenn wir es schaffen, ohne große Rückschläge und Krisen konstant unsere Leistung zu bringen."
    foto: imago/picture point le

    "Wir können dann von einer erfolgreichen Saison sprechen, wenn wir es schaffen, ohne große Rückschläge und Krisen konstant unsere Leistung zu bringen."

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