Wie die Landwirtschaft zum Klimawandel beiträgt

22. Juli 2017, 14:07
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Landwirte sind Leidtragende veränderter Klimabedingungen und tragen zu ihrer Ursache bei

Wien – Jeder kennt die Klima-Killer-Kuh. Bei der Verdauung produzieren Rinder Methan, das besonders treibhausgaswirksam ist. In Österreich ging mit der Abschaffung der Mutterkuhprämie der Rinderbestand und entsprechend der Anteil an den Treibhausgasemissionen um zehn Prozent zurück. Der gewichtigste Klimafaktor in der Landwirtschaft bleibt die Tierhaltung. 2015 war die Landwirtschaft mit acht Millionen Tonnen für rund 17 Prozent der Treibhausgasemissionen in Österreich verantwortlich.

Sie entstehen auch durch Treibstoffverbrauch und Düngung, sagt Wifo-Forscher Franz Sinabell. Letzteres etwa, wenn der Bauer Getreide spritzt und Dünger nicht sofort in den Boden eingearbeitet wird. Gegen die so entstehende klimaschädliche Stickstoffverbindung sei kaum etwas zu unternehmen. Diesbezüglich hat Österreich mit seinen vielen Biobauern einen Vorteil. Global ein wichtiger Faktor: Feuchtwiesen, die in den 1950er-Jahren entwässert wurden, um Ackerland zu gewinnen. In Finnland etwa werden heute einige Tonnen an Kohlendioxid pro Hektar frei. In Österreich gibt es das Problem aufgrund der Bodenbeschaffenheit nicht.

Gesamt gesehen vergleicht Sinabell die Lage mit jener von Autobesitzern, deren Autos durch Hagel zerstört werden. Sie sind Leidtragende veränderter Klimabedingungen und tragen zu ihrer Ursache bei. Pech für manche nur, dass die tatsächlichen Verursacher nicht notwendigerweise jene sind, die unter den Schäden leiden. "Ein Bauer, der den Boden so bewirtschaftet, dass er durch Erosion degradiert, schadet vor allem sich selbst. Diese unmittelbare Rückkopplung gibt es bei der Klimabelastung nicht." (rebu, 22.7.2017)

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