Schwedisches Musikfestival ohne Männer geplant

12. Juli 2017, 18:07
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Nach sexuellen Übergriffen soll 2018 ein Musikfestival nur für Frauen stattfinden

Stockholm – Es sollten die letzten Tage des Festival sein. Von 28. Juni bis 1. Juli fand das größte schwedische Musikfestival Bråvalla statt, bei dem Bands wie Linkin Park, Mando Diao und Alesso auftraten. Nach mehreren Anzeigen wegen sexueller Übergriffe und Vergewaltigungen teilten die Veranstalter mit, dass das Musikfestival im kommenden Jahr nicht stattfinden soll.

"Bis Männer gelernt haben, sich zu benehmen"

Daraufhin schlug die schwedische Komikerin und Radiomoderatorin Emma Knyckare in einem Tweet vor, ein Musikfestival nur für Frauen zu organisieren. Das Festival solle es geben, "bis die Männer gelernt haben, sich zu benehmen", schreibt sie auf Twitter.

Nicht nur männliche Festivalbesucher sollen ausgeschlossen werden, auch die Bühne soll ausschließlich Musikerinnen gehören. Der BBC bestätigte Knyckare bereits die Umsetzung dieser Idee. Sie wolle in den nächsten Tagen OrganisatorInnen und Event-PlanerInnen zusammenbringen, um das Festival schon 2018 umzusetzen.

Ihre Idee von einem männerlosen Festival hält die Schwedin nicht für unfair. "Wenn es offenbar in Ordnung ist, Frauen die ganze Zeit zu diskriminieren, ist es vielleicht auch okay, Männer für drei Tage auszuschließen", sagt sie dem "Aftonbladet".

Mumford & Sons treten nicht mehr bei Bråvalla-Festival auf

Es ist nicht das erste Mal, dass ein schwedisches Festival aufgrund von sexuellen Übergriffen Schlagzeilen macht. 2016 wurden nach schwedischen Festivals mehr als 40 sexuelle Übergriffe gemeldet. Die britische Folk-Rock-Band Mumford & Sons erklärte daraufhin, erst wieder beim Bråvalla-Festival aufzutreten, wenn sich etwas "gegen die abscheulich hohe Rate sexueller Gewalt getan hat".

(Eva Niederwimmer, 12.7.2017)

  • Bei Musikfestivals kommt es immer wieder zu sexuellen Übergriffen. Veranstalter suchen nach Lösungen.
    foto: pontus lundahl, ap

    Bei Musikfestivals kommt es immer wieder zu sexuellen Übergriffen. Veranstalter suchen nach Lösungen.

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