Mutmaßlicher somalischer Flüchtlingsfolterer in Italien festgenommen

    27. Juni 2017, 09:37
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    23-Jähriger soll Migranten vor Abfahrt von der libyschen Küste schikaniert haben

    Rom – Ein 23-jähriger Somalier ist von der italienischen Polizei in Lampedusa unter dem Vorwurf festgenommen worden, zu Menschenhändlern zu zählen, die Flüchtlinge vor der Abfahrt von der libyschen Küste nach Italien brutal folterten. Dem Mann wird unter anderem Schlepperei, Mord, Kidnapping und sexuelle Misshandlung vorgeworfen.

    Der Somalier, der in der Strafanstalt der sizilianischen Stadt Agrigent einsitzt, gilt als Mitglied einer Bande, die tausende Menschen nach Europa gebracht haben soll, berichtete die Polizei der sizilianischen Stadt Palermo, die die Ermittlungen führte. Vor ihrer Abfahrt nach Italien wurden die Flüchtlinge in Lagern gehalten, wo sie gefoltert, geschlagen und vergewaltigt wurden. Zu den Opfern zählten auch Minderjährige.

    Die sizilianischen Ermittler sammelten die Aussagen unzähliger Migranten, die vom Somalier schikaniert und gefoltert worden seien. Einige von ihnen waren von dem Mann bedroht worden, der eine Polizeianzeige in Italien befürchtete.

    "Rambo" verhaftet

    Schon vor einer Woche war ein nigerianischer Menschenhändler von der italienischen Polizei in einem Flüchtlingslager in Isola di Capo Rizzuto in der süditalienischen Region Kalabrien festgenommen worden.

    Dem 25-Jährigen werden unter anderem Schlepperei, Mord, Kidnapping und sexuelle Misshandlung vorgeworfen. Der "Rambo" genannte Nigerianer, der in der Strafanstalt der kalabresischen Stadt Catanzaro einsitzt, soll Migranten mit Elektroschocks gequält und täglich geschlagen haben. "Rambo" hätte unter anderem einen nigerianischen Minderjährigen und einen anderen Migranten ermordet, lautete der Vorwurf. Mit Folter hatte die Bande des Nigerianers versucht, von den Familien der Flüchtlinge Geld für ihre Freilassung zu erhalten. (APA, 27.6.2017)

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