Nach Chinas Verbot von Elfenbeinhandel: Preis fällt

    6. Juni 2017, 14:55
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    Gleichzeitig ist jedoch noch kein Rückgang in der Wilderei zu beobachten, berichtet der "Guardian"

    Wien/Peking – Noch gilt China als einer der wichtigsten Märkte für Elfenbein. Die chinesische Regierung will das jedoch ändern: Um ein Handelsverbot konsequent umzusetzen, will China bis Ende 2017 seine rund 250 Betriebe schließen, in denen Elfenbein verarbeitet wird. Bereits bis Ende März mussten 67 Verkaufsstellen ihren Betrieb einstellen, wie die Sprecherin des Forstwirtschaftsministeriums bestätigte.

    Dieses politische Signal zeigt bereits jetzt Wirkung, wie der "Guardian" berichtete. Demnach ist der Preis für unverarbeitetes Elfenbein stark gesunken. Das ergaben Recherchen der Wildlife Justice Commission (WJC). Die Ermittler haben in den vergangenen drei Jahren Händler in Hanoi besucht: 2015 kostete Elfenbein rund 1.322 US-Dollar (rund 1.175 Euro) pro Kilogramm. Bis Ende Oktober 2016 sank der Kilopreis auf 750 US-Dollar (rund 667 Euro), und im Februar dieses Jahres waren es nur noch 660 US-Dollar (rund 587 Euro).

    Wilderei geht weiter

    Bislang konnte jedoch noch nicht beobachtet werden, dass parallel dazu Wilderei in Afrika zurückginge. Die Zahlen drängen zu weiteren Maßnahmen: Alle 15 Minuten wird in Afrika ein Elefant getötet. 2016 waren es laut African Wildlife Foundation (AWF) etwa 35.000 Tiere. Nach dem Bericht der Weltnaturschutzunion IUCN von Ende 2016 ist die Zahl der Elefanten in Afrika seit 2006 um 111.000 Tiere auf 415.000 gesunken.

    Artenschutzexperten hoffen nun, dass das Verbot in China langfristig positive Effekte zeigt. Denn schon jetzt würden Elfenbeinhändler in Hanoi beklagen, dass ihr Geschäft "schwierig und unrentabel" geworden ist, wie der "Guardian" berichtet.

    Vietnam baut Handel aus

    Es gibt jedoch auch Stimmen, die ein Überangebot für den Preisverfall verantwortlich machen. Auch der Ausbau des Handels mit Elfenbein in Vietnam wird mit Besorgnis beobachtet. Das Land hat – anders als in China – eigentlich keine lange Tradition in der Elfenbeinschnitzerei. Dennoch wuchs der illegale Markt in den vergangenen zehn Jahren rasant, heute befindet sich Vietnam ganz vorne. Die meisten Stoßzähne werden demnach illegal aus Afrika geschmuggelt. Seit 2011 wurden mehr als 40 Tonnen illegales Elfenbein beschlagnahmt. (july, 6.6.2017)

    Zum Guardian-Bericht

    • China hat bereits damit begonnen, Werkstätten zu schließen, in denen Elfenbein verarbeitet wird.
      foto: reuters/thomas peter

      China hat bereits damit begonnen, Werkstätten zu schließen, in denen Elfenbein verarbeitet wird.

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