Meeressaurier mit eineinhalb Meter langem Schädel entdeckt

27. Mai 2017, 18:15
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Luskhan itilensis war so groß wie ein Autobus und dürfte von der Jagd auf überraschend kleine Beute gelebt haben

illustration: andrey atuchin
Rekonstruktion von Luskhan itilensis.

Lüttich – Im Fachjournal "Current Biology" hat ein internationales Paläontologenteam eine bisher unbekannte Art von Pliosauriern vorgestellt: Die fossilen Überreste der Luskhan itilensis benannten Spezies wurden ursprünglich im Herbst 2002 am Wolgaufer nahe der Stadt Uljanowsk gefunden. Entdecker Gleb Uspenski hat sie nun zusammen mit Kollegen von der Universität Lüttich im Detail analysiert.

Pliosaurier waren Meeresreptilien, die über 100 Millionen Jahre lang – also zumindest vom frühen Jura bis in die späte Kreidezeit – weltweit vorkamen. Sie waren näher mit den heutigen Schuppenkriechtieren als mit den Dinosauriern verwandt und standen als Räuber an der Spitze der marinen Nahrungspyramide. Typisch für sie waren ein großdimensionierter Kopf mit langer Schnauze und paddelartige Gliedmaßen. Die größten bekannten Arten erreichten eine Körperlänge von zwölf bis fünfzehn Metern und hatten einen drei Meter langen Kopf.

Mit ihren starken Kiefern konnten die Pliosaurier große Beutetiere schnappen. Der laut Uni Lüttich "busgroße" Luskhan itilensis zeigt jedoch, dass sie offenbar unterschiedliche ökologische Nischen besetzten. Sein immerhin eineinhalb Meter langer Schädel weist nämlich eine extrem schlanke Schnauze auf – ähnlich einem heutigen Gavial oder einem Flussdelfin. Diese Spezies dürfte also trotz beachtlicher Größe eher von der Jagd auf kleine Fische gelebt haben. (red, 27. 5. 2017)

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