Nintendo Switch: Pixelausfälle beim Display laut Nintendo "kein Defekt"

    8. März 2017, 10:52
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    Unterdessen finden Tüftler eine Lösung für Joycon-Verbindungsprobleme

    Nach einigen Kundenbeschwerden aufgrund von Display-Schäden bei der neuen Konsole Nintendo Switch hat sich der japanische Hersteller bezüglich etwaiger Pixelausfälle geäußert. Auf der Support-Seite von Nintendo-UK heißt es dazu, dass es sich dabei nicht um einen Defekt handele. "Eine kleine Anzahl toter Pixel sind eine Charakteristik von LC-Displays. Dies ist normal und sollte nicht als Defekt betrachtet werden", heißt es auf der Kundendienstseite.

    Gewährleistung

    Wenngleich dies für betroffene Kunden eine ernüchternde Nachricht sein dürfte, gibt es im Bezug auf den Garantieanspruch für LC-Displays eine Toleranzgrenze für Pixelausfälle. Wie das Verbrauchermagazin konsument.at bereits im Jahr 2006 anmerkte, sollten Kunden in solchen Fällen allerdings auf ihr Recht auf Gewährleistung beharren.

    "Bei TFT-Monitoren sind Pixelfehler möglich. Dennoch meinen wir, dass Sie sich nicht abspeisen lassen sollten. Sie müssten zumindest darüber vorher informiert werden, dass Pixelfehler möglich sind. Der Hinweis mancher Hersteller auf eine bestimmte Fehlerklasse reicht nicht aus", heißt es dazu. "Sie haben das Recht auf Gewährleistung, also eine mängelfreie Ware für Ihr Geld. Wenn Sie Gewährleistung geltend machen, ist Ihr Ansprechpartner der Händler, bei dem Sie das Gerät gekauft haben, und nicht der Hersteller. Geltend machen kann man Gewährleistung bis zu zwei Jahre ab Kaufdatum. Liegt der Kauf allerdings länger als sechs Monate zurück, muss der Käufer beweisen, dass der Mangel schon bei der Übergabe der Ware bestanden hat. Im Gesetz ist festgelegt, dass der Mangel vorrangig durch Reparieren oder Austausch der defekten Ware zu beheben ist."

    spawn wave
    Spawn Wave: Fixing The Left JoyCon

    Joycon-Probleme

    Unterdessen gehen Branchenseiten den bereits zuvor berichteten Synchronisationsproblemen der kabellosen Joycon-Controller der Nintendo Switch auf den Grund. Nintendo hatte in einer Reaktion dazu geraten, die Konsole unter anderem mit einem Meter Abstand zu Geräte und Gegenständen zu betreiben, die mit dem Signal interferieren könnten.

    Wie ein Tear-Down des Youtube-Channels Spawn Wave zeigt, dürfte es unterdessen eine Erklärung dafür geben, weshalb der linke Joycon öfter von dem Problem betroffen ist als der rechte. Demzufolge verfügt der Bluetooth-Transmitter des rechten Joycons über eine dedizierte Antenne, die das Signal gegen mögliche Störungen abschirmen soll. Der Transmitter des linken Joycons hat dies hingegen nicht. Anstelle dessen ist die Antenne des linken Transmitters direkt auf die Platine geschweißt.

    Ob dies der tatsächliche Grund für die gemeldeten Synchronisationsprobleme ist, wird noch weitere Untersuchungen benötigen. Spawn Wave zeigt allerdings, wie sich die Signalstärke mit etwas Bastelei selbst verbessern lässt. Da durch so einen Eingriff der Garantieanspruch verloren geht, ist von einer Nachahmung dennoch abzuraten.

    wirspielen
    Test & Fazit: Nintendo Switch

    Verbreitung?

    Eine Stellungnahme seitens Nintendos bezüglich einer offiziellen Lösung gibt es noch nicht. Auch ist derzeit schwer zu eruieren, wie viele Kunden tatsächlich von den diversen technischen Problemen zum Start betroffen sind. Bei massenweise produzierten Produkten wie Konsolen ist es nicht unüblich, dass ein kleiner Prozentsatz der Geräte Defekte aufweist.

    Wir haben im Zuge des Switch-Tests keine technischen Probleme erlebt. Falls Ihnen Mängel bei Ihrer Konsole aufgefallen sind, berichten Sie uns gerne im Forum davon. (zw, 8.3.2017)

    • Falls Ihnen Mängel bei Ihrer Konsole aufgefallen sind, berichten Sie uns gerne im Forum davon.
      foto: zsolt wilhelm

      Falls Ihnen Mängel bei Ihrer Konsole aufgefallen sind, berichten Sie uns gerne im Forum davon.

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