Ermittlungen gegen Perus Präsidenten in Odebrecht-Affäre

    7. März 2017, 10:36
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    Auch Kuczynski soll Schmiergeld von brasilianischem Baukonzern angenommen haben

    Lima – Im Zusammenhang mit dem weitverzweigten Korruptionsskandal um den brasilianischen Baukonzern Odebrecht wird nun auch gegen den peruanischen Präsidenten Pedro Pablo Kuczynski ermittelt. Die für Korruption zuständige Staatsanwältin Katherine Ampuero ordnete nach eigenen Angaben am Montag Vorermittlungen zu "verdächtigen Vorgängen" an.

    Schmiergeldverdacht

    Dabei geht es unter anderem um Zahlungen von Odebrecht an den Konzern Latin America Enterprise, der wiederum Verbindungen zu Kuczynski hat. Ermittelt wird demnach auch gegen den früheren Präsidenten Alan Garcia, der von Odebrecht im Gegenzug für den Zuschlag für ein Bauprojekt Schmiergeld angenommen haben soll. Kuczynski hatte in der Vergangenheit bereits bestritten, Bestechungsgelder von Odebrecht genommen zu haben, Garcia wies die am Montag erhobenen Vorwürfe nun auch zurück. Gegen zwei weitere frühere peruanische Staatschefs wird in der Odebrecht-Affäre bereits ermittelt.

    Der weitverzweigte Korruptionsskandal um den brasilianischen Bauriesen erschüttert derzeit ganz Lateinamerika. Die Ermittlungen gegen Odebrecht begannen 2014 und förderten nach und nach ein ausgeklügeltes System zur Zahlung von Schmiergeldern an Politiker, Parteien, Staatsbeamte und Manager zutage. In Peru soll das Unternehmen 29 Millionen Dollar (27,4 Millionen Euro) an Bestechungsgeldern gezahlt haben, um sich öffentliche Aufträge zu sichern. (APA, 7.3.2017)

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