Autobauer sollen von Airbag-Mängeln gewusst haben

28. Februar 2017, 11:36
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US-Gerichtsdokumente belasten Toyota, Ford, Honda und Nissan im Takata-Rechtsstreit, der japanische Zulieferer zahlt eine Milliarde Strafe

Tokio – Im US-Rechtsstreit um defekte Airbags des japanischen Zulieferers Takata geraten zunehmend auch Autokonzerne unter Druck. Sammelkläger werfen mehreren Herstellern eine Mitschuld vor. Die Klägeranwälte reichten am Montag neue Unterlagen beim zuständigen Gericht in Miami ein, um die Anschuldigungen zu erhärten.

Die Vorwürfe stützen sich nun auf interne Dokumente von Toyota, Ford, Honda und Nissan. Sie sollen belegen, dass die Konzerne bewusst Sicherheitsrisiken in Kauf nahmen, um Kosten zu sparen. Bei einem der Unternehmen etwa sei ein Airbag von Takata bereits im Jahr 2009 als "tödliche Waffe" bezeichnet worden.

Auch den deutschen Branchenriesen BMW haben die Anwälte im Verdacht. Der Konzern verweigere aber bislang die Kooperation bei den Ermittlungen. Ein Unternehmenssprecher in den USA war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu den Anschuldigungen zu erreichen.

Schuldgeständnis von Takata

Die Autobauer sehen sich aber selbst als Geschädigte von Takata an. Sie verweisen auf ein Schuldgeständnis, das der Zulieferer im Rahmen eines Milliardenvergleichs mit dem US-Justizministerium abgegeben hat. Darin räumte Takata ein, die Hersteller mit gefälschten Testberichten über Risiken hinweggetäuscht zu haben.

US-Behörden bringen defekte Takata-Airbags, die zu kräftig auslösten, wodurch Teile der Metallverkleidung gesprengt und durch den Fahrzeuginnenraum geschleudert wurden, mit mindestens elf Todesfällen und 184 Verletzten im Land in Verbindung. Ende Jänner hatte mit New Mexico auch der erste US-Bundesstaat nicht nur Takata selbst, sondern gleich 15 Autobauer wegen angeblicher Mitschuld verklagt.

Milliardenzahlung

Wie unterdessen bekannt wurde, zahlt Takata wegen seiner defekten Airbags eine Milliarde Dollar (945 Mio. Euro) Strafe in den USA. Ein Gericht in Michigan segnete am Montag den Mitte Jänner ausgehandelten Vergleich mit dem US-Justizministerium ab. Teil der Vereinbarung ist auch ein Schuldeingeständnis des Unternehmens. Damit vermeidet Takata ein Strafverfahren.

Die explodierenden Airbags werden mit 16 Todesfällen weltweit in Verbindung gebracht. Autobauer mussten rund 100 Millionen Fahrzeuge zurückrufen, die meisten davon in den USA. Takata gestand ein, die Airbag-Probleme zwischen den Jahren 2000 und 2015 vertuscht zu haben.

Mit der Milliardenzahlung sollen betroffene Autohersteller und Autofahrer entschädigt werden. Takata zahlte 2015 bereits eine Strafe von 200 Mio. Dollar in den USA. (APA, 28.2.2017)

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    Einige Autobauer sollen bewusst Risiken bei den Airbags in Kauf genommen haben.

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