WTO-Chef warnt Trump vor Handelskrieg

28. Februar 2017, 06:38
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Strafzölle und neue Handelsbarrieren wären katastrophal, sagt Roberto Azevêdo

Genf/Washington – Der Chef der Welthandelsorganisation, Roberto Azevêdo, warnt US-Präsident Donald Trump vor einem Handelskrieg. "Ohne Handel wird Amerika niemals 'great again'", sagte Azevêdo der "Bild"-Zeitung vom Dienstag in Anspielung auf Trumps Wahlkampfslogan "Make America great again".

"Wenn wir einen Handelskrieg erleben, wäre das katastrophal", erklärte der WTO-Präsident. Strafzölle und neue Handelsbarrieren hätten auch Folgen für andere Staaten. "Speziell für das Exportland Deutschland wäre das eine Katastrophe."

"Irrationaler Umgang mit Freihandel"

Auch die weltweit zunehmende Skepsis gegenüber dem Freihandel stößt dem WTO-Chef sauer auf. "Das Problem ist ein irrationaler Umgang mit diesem Thema", sagt Azevêdo. Grund dafür seien ein "Mangel an Informationen" und ein "Bedürfnis nach einfachen und schnellen Antworten". Die Leute würden "vielen Fehlwahrnehmungen und Missverständnissen" aufsitzen. "Da sind zu viele Gefühle und zu wenig Fakten im Spiel."

Statt durch Strafzölle US-Unternehmen zu schützen, solle Trump die eigene Wirtschaft durch Bildungsinvestitionen langfristig stärken. "Sie können doch als Politiker nicht bloß andere Länder und böse Kräfte von außen dafür verantwortlich machen", so Azevêdo.

Angst vor weltweitem Protektionismus

Trump hat einen protektionistischen Wirtschaftskurs angekündigt, Strafzölle auf ausländische Waren angekündigt und dabei ausdrücklich deutsche Autobauer erwähnt. Zudem hat er den Ausstieg der USA aus dem Transpazifischen Freihandelsabkommen (TPP) besiegelt, das Nafta-Freihandelsabkommen zwischen den USA, Kanada und Mexiko will er neu verhandeln. International hat er damit Sorgen vor einer Ära weltweiter Handelsschranken ausgelöst. (APA, 28.2.2017)

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