Trump: 28 Days Later

Einserkastl27. Februar 2017, 08:44
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Seit Trumps Antritt als US-Präsident hat sich einiges auf der Welt drehbuchreif verändert

Trumps Regierungszeit bildet eine Steilvorlage für eine Kreuzung aus Horror- und Satirefilmprojekt. Man stelle sich das Script so vor: Irgendwo lag der tragische Held der Geschichte im Tiefschlaf, und als er endlich ungefähr einen Monat nach Trumps Angelobung erwachte, war die Welt, die er kannte, verändert. Die Dekonstruktion des Staates hat offiziell begonnen.

Seriöse Medien sind nun Volksfeinde und werden bei Pressekonferenzen des Weißen Hauses nicht zugelassen. Die Straßen sind von Massen geflutet, die allesamt pinkfarbene Pussyhats tragen: ein gefährlicher Suffragette-City-Aufstand. Der Architekturbewerb für den neuen "Eisernen Vorhang" zu Mexiko ist nun eröffnet und nimmt Entwürfe gern entgegen. Ob auch der Fake-Entwurf "Börder", angeblich von Ikea zu beziehen, dabei ist, ist nicht klar. Orwells 1984 ist ausverkauft. Muhammad Alis Sohn wird wegen Namen und Religion am Flughafen festgenommen – so wie tausende weitere Unschuldige von Oma bis Kleinkind. Europäische Kunstschaffende bekommen keine Visa. Und Transgender-Menschen keine Klos.

Amerikanische Nasa-Mitarbeiter müssen bei Einreise in die USA geheime Daten auf ihren Handys rausrücken. Das macht aber fast nichts, weil die Nasa eh schon sieben erdähnliche Planeten gefunden hat, auf denen auch ein Leben mög- lich ist. Hier könnte der Film in Science-Fiction übergehen. Wurde aber auch Zeit. (Julya Rabinowich, 26.2.2017)

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