Gerät entsperren: FBI wollte Fingerabdruck aller Gebäudebewohner

23. Februar 2017, 13:12
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US-Richter lehnt Antrag des FBI in Ermittlungen zu Kinderpornografie ab

Darf das FBI alle Bewohner und Büromitarbeiter in einem Gebäude verpflichten, ihren Fingerabdruck für die Entsperrung von IT-Geräten zur Verfügung zu stellen? Nein, entschied nun ein US-Gericht. Es sieht das Fourth Amendment, das US-Bürger gegen anhaltlose Durchsuchungen schützt, in Gefahr. Strafverfolgungsbehörden argumentieren hingegen, dass die Weitergabe eines Fingerabdrucks traditionell zur Identifikation eingesetzt werden kann.

Rechtsexperten widersprechen

Rechtsexperten sehen dies anders, wie Ars Technica berichtet. Das FBI kann Nutzer nicht verpflichten, ihre Smartphones zu entsperren. So könnte auch das Fifth Amendment, das US-Bürger davor schützt, sich selbst zu belasten, in Anspruch genommen werden können. Strafverfolgungsbehörden stört die Sperre von Geräten mit Fingerabdrucksensoren schon länger. Vergangenes Jahr liefert sich das FBI ein Duell mit Apple wegen gesperrter iPhones.

Mit Fingerabdruck geschützte Geräte können nach 48 Stunden Nicht-Benutzung nur mehr via Passcode entsperrt werden. Zum aktuellen Fall ist nicht viel bekannt, es soll um Kinderpornografie gehen. (red, 23.2.2017)

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    Das FBI wollte Apple-Geräte per Zwangs-Fingerabdruck entsperren

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