UPS testet Lkws mit Paketdrohnen – samt Crash bei Vorführung

22. Februar 2017, 17:25
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Hybrides Konzept vorerst realistischer als reiner Drohnenbetrieb

Eine Reihe von Händlern und Logistikdienstleistern experimentiert bereits mit der Zustellung von Waren mittels Drohnen. Im Süden Englands beliefert Amazon testweise zwei Kunden auf diesem Wege. Die Supermarktkette 7-Eleven wiederum lässt im US-Bundesstaat Nevada kleinere Bestellungen an ein Dutzend Kunden ausfliegen.

Doch bis autonome Flugmaschinen wirklich die klassische Lieferung verdrängen werden, dürfte noch einige Zeit vergehen. UPS erprobt nun Konzept für die nähere Zukunft. Hier fährt die Drohne im Lkw mit, berichtet Wired.

Drohne startet von Lkw-Dach

Zum Einsatz kommt eine XXL-Ausgabe eines klassischen Octocopters. Sie wiegt rund 4,3 Kilogramm sitzt direkt unter dem Dach des Lieferwagens. Der Fahrer belädt sie mit einem Paket und gibt auf einem Tablet die Adresse die Koordinaten für die Lieferung an. Anschließend öffnet sich das Dach und die Drohne macht sich auf den Weg. Ihr Akku ermöglicht ihr eine Flugzeit von bis zu 30 Minuten. Ihre Tragkraft reicht nur für wenige Kilogramm an "Gepäck".

Während die smarte Flugmaschine ihren Auftrag erledigt, kann der Fahrer seine Lieferrunde in der Umgebung fortsetzen. Die Drohne findet selbständig zurück und landet am Lkw. Das Onboardsystem schiebt sie dann wieder in ihre Ausgangsposition, in der sie auch aufgeladen wird.

ups

UPS hofft auf Sparpotenzial

Langfristig will man herausfinden, ob es möglich ist, mit diesem Zugang Umwege zu vermeiden und somit Zeit zu sparen. Entwickelt wurde die Lastwagen-Lösung vom Unternehmen Workhorse Group in Zusammenarbeit mit der University of Cincinnati.

Das Sparpotenzial ist nicht zu unterschätzen. Nach eigener Berechnung von UPS, könnte die Verkürzung des Fahrtweges von jedem der 66.000 Zusteller um eine Meile (ca. 1,6 Kilometer) pro Tag die jährlichen Kosten um 50 Millionen Dollar senken. Man sehe die Fahrer immer noch als Schlüssel für den eigenen Service und die Drohnen als Assistenten zur Steigerung der Effizienz, heißt es bei UPS zu dem Feldtest.

Gesetzliche Hürden und andere Probleme

Allerdings gibt es neben der in Erprobung befindlichen technischen Machbarkeit noch weitere Hürden auf dem Weg zur Drohnen-unterstützten Paketlieferung. Sowohl in den USA, als auch in vielen anderen Ländern gibt es noch keine solide Gesetzesgrundlage für den Praxisbetrieb solcher Dienste. In den Vereinigten Staaten müssen etwa, sofern keine für solche Tests vorgesehene Ausnahmegenehmigung vorliegt, Drohnen immer in Sichtweite betrieben werden.

Bei einer Demonstration in Florida zeigte sich noch ein anderes Problem. Ein erster Flug funktionierte zwar, bei einem zweiten Startversuch vom Lkw-Dach kippte die Drohne jedoch zur Seite und wurde durch das Schiebedach des Fahrzeugs fast zerdrückt – "Techcrunch" hat den Zwischenfall auf Video gebannt. Grund dafür könnten Störsignale durch die Filmkameras der Journalisten bei der Präsentation gewesen sein, vermutet der Hersteller der Drohne. (gpi, red, 22.2.2017)

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