Israel: Soldat muss nach Tötung von Palästinenser 18 Monate ins Gefängnis

    21. Februar 2017, 13:11
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    Spitzenpolitiker hatten sich für Begnadigung von Elor Asaria ausgesprochen – 21-Jähriger brachte am Boden liegenden Mann mit Kopfschuss um

    Jerusalem – Ein israelischer Soldat muss wegen Totschlags an einem verletzten palästinensischen Attentäter für eineinhalb Jahre ins Gefängnis. Dies entschied ein Militärgericht in Tel Aviv am Dienstag. Der 21-Jährige war im vergangenen Monat schuldig gesprochen worden. Elor Asaria hatte im März 2016 in Hebron im Westjordanland einen verletzt am Boden liegenden Attentäter mit einem Kopfschuss getötet.

    Die Tat wurde von einem Mitarbeiter der Menschenrechtsorganisation Betselem gefilmt. Der Fall spaltet Israel. Mehrere Politiker, darunter auch Ministerpräsident Benjamin Netanyahu, haben sich für Asarias Begnadigung ausgesprochen.

    Palästinenser empört

    Die palästinensische Autonomiebehörde hat empört auf die ihrer Ansicht nach zu milde Strafe für einen israelischen Soldaten wegen Tötung eines verletzt am Boden liegenden Attentäters reagiert. Das Urteil bedeute "grünes Licht" für "Verbrechen" des israelischen Militärs, sagte der Sprecher Tarek Rishmawi am Dienstag.

    Der 21-jährige Palästinenser Abdel Fattah al-Sharif hatte im März 2016 in Hebron im israelisch besetzten Westjordanland gemeinsam mit einem Komplizen einen Soldaten mit einem Messer angegriffen und leicht verletzt. Nachdem andere Soldaten auf ihn geschossen hatten, lag er blutend auf der Straße. Sein Komplize war bereits tot. Elf Minuten nach dem Angriff kam Asaria als Militärsanitäter zum Tatort und tötete den wehrlosen Palästinenser aus der Nähe durch einen Kopfschuss. (APA, 21.2.2017)

    • Elor Asaria während des Prozesses.
      foto: reuters/jim hollander/pool

      Elor Asaria während des Prozesses.

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