Dorf in Südosttürkei abgeriegelt

20. Februar 2017, 17:37
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Opposition fordert Untersuchung – HDP kritisiert "Folter", "Festnahmen" und "Nackt-Durchsuchungen"

Istanbul/Ankara – Die pro-kurdische Oppositionspartei HDP und Menschenrechtler fordern eine Untersuchung von Foltervorwürfen sowie Zugang zu einem vom Militär abgeriegelten Dorf in der Südosttürkei. In einer parlamentarischen Anfrage an die Regierung verlangte die HDP am Montag Aufklärung zu Medienberichten über "Folter", "Festnahmen" und "Nackt-Durchsuchungen" von Einwohnern des Dorfes Kuruköy (Provinz Mardin).

Der HDP-Abgeordnete Ziya Pir sagte der Deutschen Presse-Agentur, er habe am Montag versucht, nach Kuruköy zu gelangen. Seine Delegation sei jedoch 15 Kilometer vor dem Ortseingang von Sicherheitskräften aufgehalten worden.

Kein Zugang

Eine Anwohnerin aus einem benachbarten Dorf sagte der dpa, sie habe seit zehn Tagen keinen Kontakt mehr zu ihren Verwandten in Kuruköy. Auch der Menschenrechtsverein von Diyarbakir erhielt nach eigenen Angaben keinen Zugang zu dem Dorf. Der Gouverneur von Mardin hatte am 11. Februar wegen einer Militäroperation gegen die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK eine Ausgangssperre in Kuruköy verhängt.

Die Nachrichtenagentur DHA berichtete unter Berufung auf den Gouverneur, im Rahmen der Operation seien vier PKK-Kämpfer getötet und drei Sicherheitskräfte verletzt worden. Der HDP-Abgeordnete Pir dagegen sprach von zwei getöteten PKK-Kämpfern und drei getöteten Zivilisten. Er warf der Regierung vor, das gesamte Dorf zu "bestrafen", weil sich PKK-Kämpfer dort aufgehalten hätten. (APA, 20.2.2017)

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