Uber-Chef verspricht nach Sexismusvorwürfen Aufklärung

20. Februar 2017, 09:48
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Auch Verwaltungsratsmitglied Arianna Huffington kündigte eine unabhängige Prüfung an

San Francisco – Nach Vorwürfen der sexuellen Belästigung im Technikteam des Fahrdienstvermittlers Uber dringt die Firmenleitung auf rasche Aufklärung. Konzernchef Travis Kalanick wies nach eigenen Angaben am Sonntag die Personalabteilung persönlich an, Vorwürfen einer ehemaligen Mitarbeiterin nachzugehen.

Am selben Tag hatte die Software-Entwicklerin Susan Fowler in ihrem Blog geschrieben, sie sei bei Uber von ihrem Vorgesetzten sexuell belästigt worden und mit Beschwerden über ihn in der Personalabteilung auf taube Ohren gestoßen. Man habe eine Bestrafung des Beschuldigten abgelehnt, weil er als Leistungsträger des Unternehmens gelte, erklärte sie.

"Unschuldiger Fehltritt"

Die Technikexpertin führte weiter aus, sie habe von dem Manager über das firmeninterne Chat-Programm erhaltene Aufforderungen zum Sex gesichert und der Personalabteilung gemeldet. Dort habe man ihr aber erklärt, den Vorgesetzten nicht für etwas belangen zu wollen, was vielleicht nur ein "unschuldiger Fehltritt" gewesen sei.

Konzernchef Kalanick erklärte, das von der früheren Mitarbeiterin Geschilderte sei "abscheulich" und widerspreche allem, wofür Uber stehe. Ein solches Verhalten werde nicht toleriert und jeder, der anders denke oder sich anders verhalte, werde entlassen.

Frauen-Exodus

Die Ingenieurin hat das Unternehmen mit Sitz in San Francisco inzwischen verlassen und arbeitet nun für den Zahlungsdienstleister Stripe. In ihrem Blog beschreibt sie einen Frauen-Exodus in ihrer früheren Uber-Abteilung. Dort habe das Team von 150 Mitarbeitern zu Beginn ihrer Anstellung im November 2015 zu 25 Prozent aus Frauen bestanden. Als sie im Dezember 2016 ging, seien es nach ihren Berechnungen nur noch drei Prozent gewesen.

Neben Kalanick kündigte auch Verwaltungsratsmitglied Arianna Huffington eine unabhängige Prüfung der Vorwürfe an. Die Gründerin der Online-Zeitung "Huffington Post" veröffentlichte ihre E-Mail-Adresse bei Twitter, damit sich Betroffene bei ihr melden können.

In der stark von Männern dominierten Technologiebranche klagen viele Frauen über Belästigung und Frauenfeindlichkeit. Zugleich wächst aber der Druck auf Firmen im Silicon Valley, für mehr Vielfalt in ihren Belegschaften zu sorgen.

Mehrfach in den Schlagzeilen

Uber geriet in den vergangenen Jahren immer wieder in die Kritik nicht nur wegen der aggressiven internationalen Expansion mit der Missachtung geltender Regeln, sondern auch wegen des Verhaltens seiner Führungskräfte. So sorgte der Top-Manager Emil Michael vor gut zwei Jahren für massive Kritik mit öffentlichen Gedankenspielen, man könne kritische Journalisten ausforschen, um Material gegen sie in der Hand zu haben. Michael behielt seinen Job.

Uber-Chef Kalanick stand zuletzt in der Kritik, weil er im Wirtschaftsrat des US-Präsidenten Donald Trump saß. Er gab den Posten im Beraterstab dann schnell wieder auf. "Der Gruppe anzugehören sollte nicht bedeuten, Unterstützer des Präsidenten oder seiner Agenda zu sein", schrieb Kalanick in einer E-Mail an seine Belegschaft. Aber unglücklicherweise sei es genau als das missverstanden worden. (APA, Reuters, 20.2.2017)

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    Travis Kalanick kündigte eine Aufarbeitung der Vorwürfe an.

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