Geplatzte Megafusion: Kraft will Unilever doch nicht

19. Februar 2017, 20:02
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Eine der größten Übernahmen in der Wirtschaftsgeschichte findet nun doch nicht statt. Der US-Konzern zieht sein Angebot über 143 Milliarden Dollar zurück

Rotterdam / New York – Der US-Ketchup-Hersteller Kraft Heinz gibt die geplante 143-Milliarden-Dollar-Übernahme des Rivalen Unilever überraschend wieder auf. Beide Konzerne erklärten in einer gemeinsamen Mitteilung am Sonntagabend, Kraft ziehe seine Pläne zurück.

Kraft begründete den Schritt mit dem Widerstand des Rivalen: "Wir wollten auf freundschaftlicher Basis vorankommen, aber Unilever hat klargemacht, dass es keine Übernahme will", sagte Kraft-Sprecher Michael Mullen. Daher sei ein früher Rückzug gut, damit sich beide Firmen auf ihre eigenen Pläne zur Wertschöpfung konzentrieren könnten.

Am Aktienmarkt hatte es am Freitag Gerüchte über die Pläne gegeben. Daraufhin war Kraft durch die britischen Übernahmeregeln zu einer Veröffentlichung des Vorhabens gezwungen gewesen. Die britisch-niederländische Unilever hatte die Offerte des deutlich kleineren Rivalen umgehend als zu niedrig zurückgewiesen.

Verhinderter Gigant

Eine Fusion beider Firmen mit Marken wie Philadelphia-Frischkäse, Weight Watchers, Knorr, Lipton und Dove wäre eine der größten Übernahmen in der Wirtschaftsgeschichte gewesen. Entstanden wäre ein Konsumgütergigant mit einem Umsatz von gut 82 Milliarden Dollar, der nahe an den Schweizer Weltmarktführer Nestlé mit 89 Milliarden Dollar herangerückt wäre.

Als treibende Kraft hinter dem Vorhaben waren am Freitag Investoren vermutet worden, die die US-Lebensmittelbranche bereits seit Jahren umpflügen. Hinter Kraft stehen der Milliardär Warren Buffett mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway sowie der Finanzinvestor 3G Capital.

Branche im Umbruch

Unilever hatte neben einer zu niedrigen Offerte auch von strategischen Gründen gesprochen, die gegen eine Übernahme sprächen. Daher sehe Unilever keine Grundlage für weitere Gespräche, hatte es geheißen. Kraft hatte indes erklärt, man freue sich, eine Einigung über die Bedingungen einer Übernahme zu erreichen.

Die Lebensmittelbranche ist seit Jahren im Umbruch – vor allem in den USA: Kraft Heinz war selbst erst 2015 aus der Fusion des Ketchup-Herstellers Heinz mit dem Philadelphia-Produzenten Kraft hervorgegangen. Mitgemischt hatte bereits damals der Finanzinvestor 3G. (APA, Reuters, 19.2.2017)

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    Produkte von Kraft und Heinz in einem Geschäft in Chicago.

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