Narrisch wie Fledermauskot

Einserkastl20. Februar 2017, 18:33
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Nach Trumps erster Pressekonferenz fühlten etliche Journalisten veranlasst, ins Kästchen mit dem gängigen amerikanischen Wahnsinnsvokabular zu greifen

Die Debatte um die – hüstel – spezielle psychische Disposition von Donald Trump hält an. Namhafte US-Psychiater warnen, Trump sei ein nationales Sicherheitsrisiko (bösartiger Narzissmus). Andere namhafte US-Psychiater warnen vor Ferndiagnosen (darunter Allen Frances, der die Definition des bösartigen Narzissmus für das international maßgebliche Handbuch der "mental disorders" entwickelt hat).

Nach Trumps erster Pressekonferenz fühlten sich in dieser Woche auch etliche Vertreter der Journalistenzunft veranlasst, ins Kästchen mit dem gängigen amerikanischen Wahnsinnsvokabular zu greifen. "Batshit crazy" nannte Late Night-Gastgeber Seth Meyers Trumps bizarre Performance. Nicht "Bullshit crazy". Sondern "Batshit crazy", narrisch wie Fledermauskacke.

Diese Redewendung soll daher kommen, dass alle psychisch unauffälligen, spießigen 08/15-Fledermäuse Orte mit großer Lärmentwicklung (Klassiker: der Glockenturm) üblicherweise scheuen wie die Pest. Fände man in einem Glockenturm (einer Disco / auf dem Donauinselfest etc.) Fledermauskot in großen Mengen, könnte man daraus schließen, dass dort ausgesprochen durchgeknallte Fledermäuse zugegen waren.

Ein schönes Sprachbild. Dem Rest der Welt wäre es freilich lieber, wenn es im Weißen Haus anders zuginge. Berechenbarer und weniger narrisch als Fledermauskot. (Christoph Winder, 19.2.2017)

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