Bayern retten Punkt in Berlin, Gregoritsch trifft für HSV

18. Februar 2017, 18:12
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Alaba und Co. nach 1:1 zehn Ligaspiele unbesiegt und vorerst acht Punkte vor Leipzig – Lebenszeichen von Bremen in Mainz – Dortmund ohne Probleme mit Wolfsburg

Berlin – Tabellenführer Bayern München hat in der 21. Runde der deutschen Fußball-Bundesliga in letzter Sekunde die zweite Saisonniederlage abgewendet. Stürmerstar Robert Lewandowski traf am Samstag im Duell mit Hertha BSC erst in der 96. Minute zum 1:1-Endstand. Damit sind die Münchner nun zehn Ligaspiele unbesiegt, sie bauten ihren Vorsprung auf Verfolger RB Leipzig vorerst auf acht Punkte aus.

Der Red-Bull-Klub ist erst am Sonntag in Mönchengladbach zu Gast. Neuer Dritter ist Borussia Dortmund nach einem klaren 3:0-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg. 13 Zähler fehlen dem BVB auf die Spitzenposition. Genauso wie 1899 Hoffenheim nach einem 2:0-Pflichtsieg zu Hause gegen Schlusslicht Darmstadt. Eintracht Frankfurt rutschte mit einer 0:2-Heimpleite gegen Ingolstadt auf Platz fünf ab. Die heimstarke Hertha ist einen Zähler dahinter Sechster. Ein Lebenszeichen gab Werder Bremen ab. Das 2:0 in Mainz war der erste Sieg des Abstiegskandidaten im Jahr 2017.

Gregoritsch trifft bei HSV-Remis

Beim Comeback nach seinem zu Monatsbeginn erlittenen Außenbandriss im Sprunggelenk hat ÖFB-Teamstürmer Michael Gregoritsch dem abstiegsgefährdeten Hamburger SV einen Punkt gesichert. Angesichts zweimaliger zwischenzeitlicher Führung und eines verschossenen Elfers gegen den SC Freiburg weinten die Hamburger letztlich aber zwei Zählern nach. Als 15. hat der HSV zwei Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz.

Aaron Hunt (15.) und der zur Pause eingewechselte Gregoritsch (57.) hatten dem HSV mit ihren Treffern Hoffnung auf den nächsten Sieg gemacht. Maximilian Philipp (23.) und Vincenzo Grifo (72.) glichen jedoch jeweils für die Gäste aus. Hunt scheiterte in der 88. Minute mit einem schwach geschossenen Foulelfmeter an SC-Torhüter Alexander Schwolow.

Starker Freistoß von Alaba

Die Münchner taten sich drei Tage nach dem 5:1-Kantersieg gegen Arsenal in der Champions League in Berlin sehr schwer. Die Gastgeber durften dank Vedad Ibisevic' erstem Meisterschaftstor seit November (21.) lange Zeit mit einer Überraschung spekulieren. In der letzten Aktion der Partie staubte "Joker" Lewandowski aber noch ab, nachdem ein Robben-Schuss in höchster Not geblockt worden war (96.). Kurz zuvor hätte der diesmal als Innenverteidiger aufgebotene ÖFB-Star David Alaba beinahe seine starke Leistung mit einem direkten Freistoßtreffer über die Mauer gekrönt. Tormann Rune Jarstein fischte den Ball aber aus dem Kreuzeck (89.). Die Bayern haben nun schon 13 Pflichtspiele hintereinander nicht mehr verloren und dabei gleich elfmal als Sieger den Rasen verlassen.

Mittelfinger und Spucke

Nach dem Spiel kam es zwischen Berliner Anhängern und dem Münchner Trainer Carlo Ancelotti zu Beleidigungen. Der Italiener zeigte den Hertha-Anhängern nach dem Abpfiff den Mittelfinger, wie Ancelotti in der ARD-Sportschau bestätigte. "Ich habe diese Geste gemacht, ich bin vorher angespuckt worden", erklärte er.

Nach dem späten Ausgleich war es schon auf dem Rasen zu Tumulten gekommen, nachdem Hertha-Torhüter Rune Jarstein den Ball aus Nahdistanz Xabi Alonso in den Rücken geschossen hatte. "Das hat mit Fairplay nichts zu tun", sagte Bayern-Tormann Manuel Neuer.

BVB-Rückkehr auf Siegerstraße

Dortmund schaffte demgegenüber nach den jüngsten Niederlagen in der Liga bei Darmstadt (1:2) und im Champions-League-Achtelfinale bei Benfica Lissabon (0:1) die Rückkehr auf die Siegerstraße. Die Sperre der Südtribüne wirkte sich also nicht negativ aus. Der Sieg wurde durch ein Kopfball-Eigentor von Jeffrey Bruma (20.) eingeleitet, danach sorgten Lukasz Piszczek (48.) und Ousmane Dembele (59.) für klare Verhältnisse. Wolfsburg hat nur noch vier Zähler Vorsprung auf den 17. Ingolstadt.

Erste Punkte 2017 für Bremen

Über einen Befreiungsschlag durfte sich Bremen freuen. Zlatko Junuzovic und Co. holten mit einem 2:0 bei Mainz (ohne den rekonvaleszenten Karim Onisiwo) die ersten Punkte im Jahr 2017 und beendeten die Negativserien von vier Niederlagen sowie sechs sieglosen Partien en suite. Junuzovic war am Erfolg mitbeteiligt, bereitete den Kopfball-Treffer von Serge Gnabry zum 1:0 (16.) mit einem Eckball vor. Ein direkter Freistoß über die Mauer und ins Kreuzeck von Thomas Delaney (23.) brachte bereits kurze Zeit später die Vorentscheidung.

Werders angezählter Coach Alexander Nouri kann damit wieder etwas durchatmen. Florian Kainz musste einmal mehr zuschauen, er kam bisher über drei Kurzeinsätze in der Liga nicht hinaus. Für den an der Schulter verletzten und nach der Saison zu Hoffenheim wechselnden Florian Grillitsch kam die Partie noch zu früh.

Vom zweiten Fixabstiegsplatz konnten sich die Werderaner aber nicht entscheidend absetzen, da auch der Vorletzte Ingolstadt siegreich blieb und weiter nur einen Zähler dahinter liegt. Der FC überraschte mit einem 2:0-Erfolg bei Frankfurt, den Romain Bregerie (26.) und Pascal Groß (69./Elfmeter) sicherstellten. Außenverteidiger Markus Suttner spielte durch, Lukas Hinterseer wurde erst im Finish eingewechselt.

Die Frankfurter mussten nach einer Roten Karte für David Abraham (34.) lange Zeit in Unterzahl agieren und ließen dabei eine Elfmeter-Chance ungenützt. Makoto Hasebe scheiterte zuerst an Goalie Martin Hansen und im Nachschuss an der Querlatte (56.). In der Schlussphase wurde auch noch Ingolstadts Mathew Leckie (81.) ausgeschlossen.

Am Tabellenende verschlechterte sich die Ausgangsposition für Darmstadt. Nach einer 0:2-Niederlage bei Hoffenheim, der zehnten Auswärtspleite in Folge, fehlen dem Schlusslicht jetzt schon sieben Zähler auf den Relegationsplatz, den Werder inne hat. (APA, 18.2.2017)

  • Sehr später Ausgleich in Berlin.
    foto: apa/afp/robert michael

    Sehr später Ausgleich in Berlin.

  • Robert Lewandowski war dafür verantwortlich.
    foto: apa/afp/robert michael

    Robert Lewandowski war dafür verantwortlich.

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