Sicherheitskonferenz zelebriert demonstrativ transatlantisches Schönwetter

17. Februar 2017, 17:24
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Moderater Mattis macht Mut in München

München – Der Konferenzsaal im Bayerischen Hof in München hätte an diesem Freitag voller nicht sein können. Beinahe jeder Quadratzentimeter war besetzt. Und alle Anwesenden wollten wissen, was der Vorsitzende der Sicherheitskonferenz Wolfgang Ischinger so beschrieb: "Die europäischen Führer und alle anderen sind sehr ungeduldig zu erfahren, was die neue US-Außenpolitik antreiben wird." Antworten darauf sollten unter anderem Verteidigungsminister James Mattis und Vizepräsident Mike Pence geben.

Mattis war am Freitagnachmittag dran. Der frühere Marineinfanteriegeneral und Nato-Kommandant erklärte gleich zu Beginn, dass Sicherheit von keinem Land – auch den USA nicht – alleine zu erreichen sein werde. Und er versicherte die Verbündeten noch einmal, dass Präsident Donald Trump tatsächlich an den Nordatlantikpakt glauben würde. Am Rande Europas jedenfalls gebe es einen "Bogen der Unsicherheit". Um diesen friedlich zu halten, müssten die europäischen Verbündeten allerdings ihren Beitrag leisten – also mehr militärische Fähigkeiten oder Finanzmittel bereitstellen.

Anerkennung finden

Die deutsche Verteidigungsministerin Ursula Von der Leyen gab Mattis recht: "Es geht um unsere Sicherheit, das wird uns keiner abnehmen." Die Europäische Union müsse ihr Engagement in Sicherheitsfragen verbessern, forderte sie. "Ich bin sicher, dass dies in Washington Anerkennung und Aufmerksamkeit findet. Umgekehrt wissen unsere amerikanischen Freunde gut, dass ihr Ton zu Europa und zur Nato einen direkten Einfluss auf den Zusammenhalt unseres Kontinents hat."

Unter der Zuhörerschaft gab es kaum jemanden, der – gewissermaßen Trump'sche – Überraschungseffekte gehört haben wollte. Ein europäischer Nato-Diplomat erklärte unter der Bedingung der Anonymität: "Diese Themen besprechen wir doch seit Jahr und Tag. Es wäre gut, wenn wir unsere Zeit nicht damit vergeuden würden, jeden Tweet und jede Meinungsäußerung aus Amerika auf die politische Goldwaage zu legen. Stattdessen sollten wir darüber nachdenken, was denn wir Europäer für unsere Sicherheit tun wollen." (Christoph Prantner, 17.2.2017)

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