Sticky Rice Balls: Es müssen nicht immer Germknödel sein

Blog18. Februar 2017, 09:00
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Eine leichte, glutenfreie Variante der beliebten Skifahrerspeise

Es war einmal vor vielen, vielen Jahren auf einer Skipiste in mir damals noch unbekanntem Österreich. Wir schrieben das Jahr 1989, und ich hatte meinen ersten Kontakt mit der Hütten-Gastronomie. Mir kamen diese fremden Dinger riesig vor, und sie lagen mir schwer im Magen. Von der Kombi mit Vanillesauce wurde mir per se schlecht. Manchmal ließ ich mich überreden, die buttrige Version zu teilen, denn die geschmackliche Harmonie zwischen Butter, Mohn, Powidl und Zucker gefiel meinem Gaumen schon. Die Rede ist, Sie haben es sicher längst erraten, von Germknödeln!

Klebreisbällchen mit Bohnenpaste kennt man ja vom Asiaten. Als meine Kinder sich letztes Mal Germknödel selbst machten, hatte ich plötzlich auch Lust auf den Geschmack von Powidl, Mohn und Butter, und so kam ich auf die Idee für dieses Gericht. Ich habe vom Germknödel übernommen, was mir schmeckt, und ersetzt, was ich nicht vertrage. Die Sticky Rice Balls sind schnell gemacht, wenn man mal Lust auf etwas Süßes hat – vorausgesetzt, man hat Klebreismehl aus dem Asialaden vorrätig.

foto: neuensausderküche

Zutaten (18 Stück)

  • 100 g Klebreismehl (Asialaden)
  • etwas Klebreismehl zum Wenden der Bällchen
  • 1 EL Reismehl
  • circa 100 ml lauwarmes Wasser
  • 25 g Mohn (gemahlen)
  • 55 g Powidl
  • Je nach Geschmack: Butter, Kokosmilch, Kompott oder Staubzucker zum Servieren

Zubereitung

In einer Schüssel die zwei Mehlsorten miteinander vermischen. Das warme Wasser nach und nach hinzugeben und gut vermischen. Immer nur so viel Wasser zugeben, dass ein samtig weicher, aber nicht zu feuchter Teig entsteht. Der Teig ist nicht klebrig, die klebrige Konsistenz wird erst durch den Kochvorgang aktiviert.

Gemahlener Mohn verliert schnell an Aroma und wird aufgrund seines hohen Fettgehalts leicht ranzig. Am allerbesten schmeckt er frisch gemahlen aus der guten alten Mohnmühle. Den gemahlenen Mohn mit dem Powidl vermischen. (Ich koche Powidl im Herbst immer zuckerfrei im Backrohr ein.)

Vom Teig einen Teelöffel voll abnehmen und zu einer Kugel formen. Diese flach drücken, ¼ TL Fülle in die Mitte geben, und den Teig vorsichtig zu einem Knödel formen. Das braucht etwas Fingerspitzengefühl, damit die Fülle wirklich nur innen ist und nicht herausquillt oder sich außen herum verteilt. Der Versuchung, viel Fülle auf den Miniteigfladen zu geben, nicht nachgeben – weniger ist in diesem Fall mehr.

Keine Lust auf das Füllen? Dann einfach Bällchen rollen und sie mit Powidl-Mohn-Fülle anrichten.

In einem Topf Wasser zum Kochen bringen, Bällchen hineingeben und vorsichtig köcheln lassen, bis sie an die Oberfläche aufsteigen. Mit einem Schaumlöffel herausfischen und abtropfen lassen. Abschließend in etwas Klebreismehl wenden, damit sie nicht aneinander haften.

Statt mit Vanillesauce oder Butter schmecken sie auch gut mit etwas Kokosmilch, Zucker, Vanille und Kokosflocken. Ich hatte noch Quittenkompott vorrätig. Wie immer sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt!

Aus Sicht der TCM

Klebreis ist wie alle Reissorten glutenfrei. Er hat eine befeuchtende Eigenschaft und lindert Trockenheit. Zu einem Brei verkocht, hilft er bei Durst und vermindertem Appetit. (Pascale Neuens, 18.2.2017)

Pascale Neuens ist Architektin und Foodbloggerin. Als leidenschaftliche Köchin litt sie plötzlich an Histamin-, Fruktose- und Laktose-Intoleranz. Die extrem eingeschränkte Lebensmittelauswahl forderte ihre Kochkreativität heraus, und mithilfe ihrer Ausbildung zur TCM-Ernährungsberaterin fand sie eine für sich neue, gut verträgliche Ernährungsweise. Der Blog "neuensausderkueche.com" bietet neben bunten und saisonalen Rezepten zum "Fit essen" Einblick in die Wirkweise der Lebensmittel nach TCM und ist auf Facebook, Pinterest und Instagram vertreten.

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