"Super Mario Run" im Test: Mario überzeugt und verärgert am iPhone

    Test mit Video15. Dezember 2016, 19:00
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    Nintendos erstes Smartphone-Spiel überzeugt mit frustfreier Steuerung, sorgt aber an anderer Stelle für Ärger

    Jetzt ist es schon wieder passiert! Schildkrötentyrann Bowser hat Prinzessin Peach entführt, und Mario muss sie retten. Was in der Welt des schnauzbärtigen Handwerkers schon zum x-ten Mal geschehen ist, feierte nun auf dem Smartphone Premiere. Am Donnerstag hat Nintendo mit "Super Mario Run" sein erstes Mario-Spiel für iOS veröffentlicht. Der WebStandard-Test zeigt: Das Warten hat sich gelohnt.

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    Video: "Super Mario Run" im Test

    Einfache Spielesteuerung

    Nintendo hat sich für das mobile Game eine simple wie clevere Steuerung einfallen lassen. "Super Mario Run" kann – muss sogar – mit nur einer Hand gespielt werden. Denn im Gegensatz zu den meisten Jump-and-Run-Titeln mit Mario läuft der Titelheld automatisch nach rechts. Nur zum Springen muss der Spieler tätig werden, indem er auf den Touchscreen tippt – egal wo. Ein kurzes Antippen lässt Mario normal Springen, durch längeres Berühren des Displays werden auch die Luftsätze gewaltiger.

    Anhalten geht nicht. Die kleinen Finessen der Spielmechanik halten das Frustpotenzial aber gering. Über niedrige Hindernisse und einzelne kleinere Gegner hüpft Mario automatisch. Muss sich Mario zwischen zwei möglichen Wegen entscheiden oder gelangt er an den Levelboss, pausiert er davor automatisch an einem roten Spielstein. So bleibt dem Spieler Zeit zum Überlegen. Auch die Gefahr, bei weiten Sprüngen abzustürzen, wird verringert, da Mario an senkrechten Wänden hochspringen kann und sich bei einem "arschknappen" Sprung automatisch an einer Kante hochzieht. Trotz dieser kleinen Hilfestellungen bleibt das Spiel spannend und wird mit jedem Level anspruchsvoller.

    Sechs Welten und jede Menge Zusatzspiele

    Insgesamt gibt es sechs Welten mit je vier Levels, bevor man zu Bowsers Schloss gelangt, um Peach retten zu können. Wie immer geht es durch Graslandschaften, Höhlen, Spukschlösser, Luftschiffe und andere bekannten Mario-Terrains. Die Levels wurden von Nintendo für das Spiel neu gestaltet. "Super Mario Run" hat aber noch mehr zu bieten. Denn der Schildkrötinger hat nicht nur die Prinzessin entführt, sondern auch ihr Königreich verwüstet. Teil des Games ist es, dieses wieder aufzubauen, zu dekorieren und die entflohenen Toads zurückzuholen.

    Dafür hat sich Nintendo die Toad Rallye einfallen lassen. In diesem Modus spielt man gegen andere User um die geflüchteten Schwammerl. Innerhalb einer bestimmten Zeit, muss man möglichst viele Münzen einsammeln und dabei mit trickreichen Moves überzeugen. Je besser das gelingt, desto mehr Toads jubeln dem Spieler zu. Wer gewinnt, sackt die Schwammerl ein und das Königreich wird aufgewertet. Die Spielerunden finden dabei nicht in Echtzeit statt – man spielt immer nur gegen die aufgezeichnete beste Runde eines Gegners. Daher muss man nicht erst warten, bis sich ein anderer Spieler zum Zweikampf findet.

    Damit man die Toad Rallye spielen kann, benötigt man Tickets, die man im Verlauf des Spiels ergattern kann. Das Königreich kann dann mit allerlei Schnickschnack wie Blumen, Toad-Häusern oder anderen Elementen geschmückt werden, die gegen Spielmünzen erworben werden müssen. Gleich zu Beginn erhält man hier auch ein Bonusspiel-Haus. Alle acht Stunden kann der Spieler dort einkehren und mit etwas Glück weitere Münzen und Toad-Rallye-Tickets einsacken.

    Und weil heute praktisch nichts mehr ohne Competition, Competition, Competition geht, kann man sich in "Super Mario Run" mit Freunden verbinden und sieht so bei jedem Level den Rekordhalter.

    Ärgerlicher Online-Zwang

    "Super Mario Run" bietet alles, was das Spielerherz von einem mobilen Game erwartet: eine simple Steuerung, ein spannendes Gameplay, Wettkämpfe, eine soziale Komponente durch die Verbindung mit Freunden und einen kleinen Spielplatz zur Befriedigung des Sammeltriebs.

    Wäre da nicht der Onlinezwang. Ohne Internetverbindung kann man "Super Mario Run" nicht spielen. Dass bestimmte Features wie der Abgleich der Spielstände offline nicht funktionieren, ist verständlich. Ärgerlich ist allerdings, dass auch das Hauptspiel eine Internetverbindung erfordert. "Super Mario Run" im Flugzeug (sprich im Flugmodus) spielen? Fehlanzeige. In einem Funkloch ohne WLAN? Geht auch nicht. Im Test lag der mobile Datenverbrauch nach zwei durchgespielten Hauptlevels und einer Runde Toad Rallye bei 146 KB.

    Preisfrage

    Etwas verdrießlich stimmt auch der Preis, der für ein Smartphone-Spiel hoch angesetzt ist: Nintendo verlangt 9,90 Euro. Zumindest können die ersten drei Levels des Spiels kostenlos ausprobiert werden, und das Unternehmen verzichtet auf die vielkritisierten In-App-Käufe, um weitere Features freizuschalten. Die diversen Elemente für das Königreich und Tickets zur Toad Rallye können nur durch aktives Spielen erworben werden. Mario-Fans, die kein iPhone oder iPad besitzen, gehen vorerst noch leer aus. "Super Mario Run" soll erst im kommenden Jahr für Android erscheinen, ein genaues Releasedatum ist noch nicht bekannt.

    In Summe ist Marios Debüt auf Smartphones dennoch ein guter Grund zu feiern. So haben nun mehr Menschen denn je die Chance, in Nintendos fabelhaftes Spieluniversum einzutauchen. (Birgit Riegler, 15.12.2016)

    "Super Mario Run" ist für iOS erscheinen. Preis: 9,90 Euro.

    Hinweis im Sinne der redaktionellen Leitlinien: Das Testmuster wurde vom Hersteller zur Verfügung gestellt.

    Link

    "Super Mario Run" im App Store

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