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Damaskus – Russland hat die einseitig ausgerufene Feuerpause in der syrischen Stadt Aleppo offiziell für beendet erklärt. Vizeaußenminister Sergej Rjabkow sagte am Montag Berichten russischer Nachrichtenagenturen zufolge, die "humanitäre Pause" habe am Samstag geendet. Derzeit werde nicht erwogen, diese zu verlängern. Das weitere Vorgehen werde von den Aktionen gegnerischer Kämpfer vor Ort abhängen.

Demnach müssten die "Gegner" Russlands erst einmal für ein "angemessenes Verhalten" der bewaffneten Regierungsgegner in Aleppo sorgen. Rjabkow gab den Aufständischen die Hauptschuld am Scheitern der während der Feuerpause geplanten "medizinischen Evakuierungen".

Nach Angaben der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" (MSF) hat die mehrtägige Feuerpause nichts gebracht. "Nach unseren Informationen ist weder Hilfe in die Stadt gelangt, noch sind Menschen aus der Stadt rausgekommen, um woanders Hilfe zu finden", sagte der Präsident der deutschen MSF-Sektion, Volker Westerbarkey, am Montag im hr-Info.

Zur Versorgung der Verletzten fehlten grundlegende Materialien. Die Lage sei unmenschlich. "Ein Arzt erzählte uns, dass er in einer Notsituation entscheiden muss, wer von zwei Patienten das Beatmungsgerät bekommt oder behält – weil nicht beide Menschen zu retten sind."

Die syrische Armee und ihre russischen Verbündeten hatten ihre Luftangriffe auf Rebellenstellungen in Ostaleppo am Donnerstag für drei Tage eingestellt. Am Sonntag nahmen sie die Luftangriffe wieder auf, sodass die Gefechte wieder voll entbrannten. Die neuen Kämpfe dämpften Hoffnungen, die notleidende Bevölkerung mit Hilfsgütern versorgen und Verletzte aus der Stadt bringen zu können. Die Vereinten Nationen wollten die Waffenruhe dafür nutzen. (APA/Reuters, 24.10.2016)