Was Berater als digitale Trends sehen

    29. Jänner 2018, 09:00
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    Zehn digitale Entwicklungen und ihr Einfluss auf Menschen, Unternehmen und öffentliche Verwaltung

    Die globale Design- und Innovationsberatung Fjord, eine Tochter von Accenture, hat zehn digitale Trends und ihre Bedeutung für die Arbeitswelt zusammengefasst:

    · Geräte, die zuhören

    Wearables (Smartwatches, Fitness-Armbänder) und Nearables (z. B. Amazon Dash) kennen die Vorlieben ihrer Nutzer und liefern ihnen ausgewählte Angebote. Die Folge: Verbraucher sind immer weniger bereit, Zeit für Recherchen aufzuwenden. Stattdessen suchen sie kurz und zielgerichtet nach bedarfsgerecht aufbereiteten Angeboten. "Mikromomente" nennt Fjord diese Situationen, in denen Händler, Konsumgüterhersteller und Dienstleister zukünftig präsent sein müssen.

    · Big-Data-Etikette

    Wer beim Sammeln, Speichern und Kontrollieren von Daten nicht vertrauenswürdig ist, wird auf Dauer Kunden verlieren. Deshalb wird sich eine Big-Data-Etikette etablieren. Dazu zählt, Datenschutz stärker in die Entwicklung von Technologie und Produkten einzubauen (privacy-by-design).

    · König Mitarbeiter

    Im Kampf um die besten Köpfe investieren Arbeitgeber in Employee-Experience-Design, die ganzheitliche Gestaltung dessen, wie Menschen ihre Arbeitsumgebung erleben. Denn der digitale Lebensstil hat vor allem im Dienstleistungssektor viel verändert. Menschen gewöhnen sich an flexibles, selbstständiges Arbeiten. Mitarbeiter erwarten heute weniger starre Arbeitsformen und eine bessere digitale Ausstattung. Arbeitgeber stehen vor der Herausforderung, die unterschiedlichen Ansprüche mehrerer Generationen in Einklang zu bringen.

    · Das Verschwinden der Apps

    Viele Apps, die nur eine einzige Funktion erfüllen, gehen in Plattformen und breiteren Angeboten auf. Ein Beispiel ist WeChat, ein chinesisches Messaging-Angebot mit mittlerweile zehn Millionen Dritt-Apps. Anbieter digitaler Services müssen sich fragen: In welchen Situationen nutzen Menschen ein Angebot? Welche Apps gibt es? Wie kann man die eigene Anwendung so gestalten, dass sie sich dort einspeisen lässt?

    · Luxus für alle

    Was früher einer wohlhabenden Elite vorbehalten war, steht heute vielen Menschen mit einem Fingerwisch zur Verfügung. Dank digitaler Technologie kann heute jedes Unternehmen Dienste auf den Einzelnen zuschneiden – und in einer Größenordnung anbieten, die sie für ein breites Publikum erschwinglich machen.

    · Nahbare Verwaltung

    Die öffentliche Verwaltung arbeitet daran, den Bürgern den Zugang zu ihren Angeboten zu erleichtern. Unter Druck geraten Verwaltungen und Regierungen dort, wo private und privatwirtschaftliche Initiativen wie "Flüchtlinge willkommen" digitale Angebote schaffen, weil ihnen Dienste der öffentlichen Hand nicht ausreichend erscheinen, keine hilfreichen Informationen bieten, oder diese schlicht fehlen.

    · Gesundheit als Statussymbol

    Fitnessarmbänder und ähnliche Geräte mit Diensten, die Bewegungs- und Ernährungsgewohnheiten auswerten, sind für viele erschwinglich. Die Daten, die sie liefern, machen sich für Verbraucher bezahlt, zum Beispiel beim Abschluss von Versicherungen. Unternehmen werden Produkte und Services zunehmend als Wellness-Schnittstellen anbieten.

    · Virtuelle Realität (VR)

    Jenseits von Computerspielen entstehen erste handfeste VR-Anwendungen in den Feldern Bildung, Kollaboration, Tourismus und Medizin. Mit den erschwinglichen Geräten, die jetzt auf den Markt kommen oder bereits erhältlich sind, können Unternehmen erstmals ernsthaft beginnen, mit VR zu experimentieren, um nicht ins Hintertreffen zu geraten.

    · Mehr Lebensqualität

    Dienste nehmen Menschen Entscheidungen ab, die ihnen die wachsende Zahl digitaler und anderer Angebote abverlangt. Es ist die Stunde von Services, die sich einmal getroffene Entscheidungen merken und sie automatisch wiederholen – und von Abo-Diensten, die dem Kunden das liefern, was er voraussichtlich mag. Die Auswahl treffen Algorithmen.

    · Design von innen heraus

    Unternehmen investieren in Design-Thinking, um mit der rasanten digitalen Entwicklung und sich wandelnden Kundenerwartungen Schritt halten zu können. Design-Thinking ist ein vor allem bei Start-ups gepflegter Ansatz: Ein Bedarf oder Problem wird strikt aus Anwendersicht betrachtet, um dann einen Service oder ein Produkt zu gestalten. Mittlerweile richten sich immer mehr Firmen eigene strategisch orientierte Designabteilungen ein. (red, 29.1.2018)

    • In den meisten Unternehmen gibt es noch keine Führungskraft für die digitale Transformation. Nur elf Prozent der österreichischen Unternehmen haben laut Kienbaum einen Verantwortlichen. Herausforderungen gibt es zur Genüge.
      foto: istock

      In den meisten Unternehmen gibt es noch keine Führungskraft für die digitale Transformation. Nur elf Prozent der österreichischen Unternehmen haben laut Kienbaum einen Verantwortlichen. Herausforderungen gibt es zur Genüge.

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