Rundschau: Die Tore zur Hölle

    Ansichtssache30. Juli 2016, 09:00
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    Rassismus, Rechtsextremismus und Schwarze Magie: Neue Science-Fiction-Romane unter anderem von Ben Winters, Karsten Kruschel und Greg Bear

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    coverfotos: heyne

    Sylvain Neuvel: "Giants. Sie sind erwacht"

    Broschiert, 416 Seiten, € 15,50, Heyne 2016 (Original: "Sleeping Giants", 2016)

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    David Walton: "Quantum"

    Broschiert, 384 Seiten, € 10,30, Heyne 2016 (Original: "Superposition", 2015)

    Das ging ja ruckizucki! Erst in der letzten Rundschau habe ich die Originalausgabe von Sylvain Neuvels "Sleeping Giants" besprochen, und da war das Buch noch ziemlich neu. Trotzdem soll die deutsche Übersetzung schon in einer Woche erscheinen. Lohnt sich! Es ist die perfekte Sommerlektüre – leicht zu lesen, trotzdem nicht geistlos.

    Nur kurz zur Erinnerung: Der Roman dreht sich darum, dass über die ganze Erde verstreut Teile eines offenbar nicht von Menschen gebauten Riesenroboters gefunden und Stück für Stück zusammengebaut werden ... unter verschwörungstheoretischen Umständen. Wir dürfen nicht nur rätseln, wer das vermeintlich von der US-Regierung geleitete Projekt wirklich vorantreibt, sondern auch, was der ursprüngliche Zweck des Roboters war. Die ausführliche Rezension des à la "World War Z" in Interviews und Dokumenten erzählten Mecha-Romans steht hier.

    Doppelungen

    Ziemlich genau in derselben literarischen Preisklasse wie "Giants" spielt David Waltons "Quantum", mit Erstveröffentlichungsjahr 2015 auch noch recht frisch und ebenfalls bereits in einer Rundschau besprochen (siehe hier). Hier bekommen es die Romanfiguren mit Doppelgängern ihrer selbst zu tun, weil ein Wissenschafter das Tor in die Quantenwelt geöffnet hat und deren dem Hausverstand widersprechende Effekte nun auch auf die Makrowelt übergreifen. Um sicherzugehen, dass sein Roman spannend genug ist, hat Walton auch noch intelligente Bewohner der Quantenwelt erfunden. Die statten uns nun einen Besuch ab. Und sie sind schlecht gelaunt.

    "Giants" und "Quantum": Zwei SF-Abenteuer, die schlicht und einfach Spaß machen. Beide Romane sind übrigens jeweils der Start einer Reihe. Warten wir mal ab, ob sie das auch im Deutschen sein werden oder ob auch sie auf dem immer größer werdenden Verlagshaufen des Mittendrinabgebrochenen landen. We'll always have English, of course.

    In der nächsten Rundschau brechen wir vom Weltraumbahnhof von Tel Aviv aus in unbekannte Regionen auf. Dort begegnen wir unter anderem einem Mann, der ein Universum ganz für sich allein hat, und der (nicht nur im übertragenen Sinne) unsterblichen Marlene Dietrich. (Josefson, 30. 7. 2016)

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