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Für Andreas Haider-Maurer gab es Duell mit Novak Djokovic mehr Schmerz als Freude.

Foto: reuters/Latif

New York – Novak Djokovic ist für Andreas Haider-Maurer am Mittwochabend in der zweiten Runde der US Open in New York eine Nummer zu groß gewesen. Der 28-jährige Niederösterreicher wehrte sich im ersten Satz tapfer, nach 91 Minuten im Arthur-Ashe-Stadium setzte sich der Weltranglisten-Erste aber klar mit 6:4, 6:1, 6:2 durch.

Haider-Maurer, der exakt zwei Monate älter ist als der neunfache Grand-Slam-Sieger, hielt zu Beginn des Spiels im größten Tennis-Stadion der Welt gut mit. Vor den Augen von US-Schauspieler Jamie Foxx wirkte Österreichs Nummer zwei vor der für ihn so ungewohnten Atmosphäre gar nicht nervös, und servierte bis zum 4:4 souverän. Als Djokovic bei 5:4 aber nach einem Netzroller ein 0:40 bei Aufschlag Haider-Maurer bekam, nützte er den ersten Satzball zum 6:4. "Im ersten Satz habe ich gut serviert, da wäre noch etwas drinnen gewesen", konstatierte Haider-Maurer später.

Nach dem Gewinn von fünf Games in Folge führte Djokovic auch im zweiten Durchgang rasch mit 3:0. In dieser Phase sorgte die Einlage eines tanzenden Zuschauers, der ein T-Shirt nach dem anderen auszog, bis am Schluss ein Leibchen mit der Aufschrift "I love NY" zu sehen war, noch für mehr Stimmung als das Match. Selbst Djokovic applaudierte dem Mann vom Pausen-Sessel aus.

Haider-Maurer gab in der Folge seinen Aufschlag auch zum 1:5 ab und nach exakt einer Stunde hatte Djokovic schon die 2:0-Satzführung in der Tasche. Satz drei verlief ähnlich einseitig. Der Niederösterreicher fand im gesamten Match keinen Breakball gegen den Serben vor. Haider-Maurer, der am linken Knie angeschlagen war, musste zwischenzeitlich auch Schmerztabletten schlucken.

Starke Knieschmerzen

"Wenn ich nicht im Stadion gespielt hätte, hätte ich die Partie wahrscheinlich wegen des Knies nicht fertig gespielt", erklärte Haider-Maurer. "Ich habe Mitte des zweiten Satzes echt schon ziemliche Schmerzen gehabt, vor allem beim Aufschlag."

Die Atmosphäre hat Haider-Maurer, der unmittelbar vor dem Match auch ein ins Stadion übertragenes Interview gab, sehr beeindruckt. "Das war schon etwas ganz Besonderes. Man ist irgendwie überwältigt, wenn man da rausgeht. Es ist ja auch ganz anders zu spielen und hat mit dem Turnier, das ich kenne, wenig zu tun. Es ist fast ein bisserl wie wenn man in der Halle spielt", schilderte Haider-Maurer.

Djokovic hatte zu Beginn etwas Schwierigkeiten, sich auf Haider-Maurer einzustellen, meinte er danach. "Ich habe gegen Andreas noch nie auf Hardcourt gespielt. Er hat einen starken Aufschlag und da ist es ist schwer in die Rally zu kommen. Von 4:4 an habe ich dann wirklich gut gespielt", konstatierte Djokovic noch auf dem Platz.

Melzer und Thiem am Donnerstag im Einsatz

Für den Weltranglisten-52. Haider-Maurer ging damit auch das sechste Duell mit einem Top-Ten-Spieler (das zweite gegen Djokovic) verloren. Er hätte als erster Österreicher seit Jürgen Melzer (2010 in Schanghai: Sieg über Rafael Nadal) die Möglichkeit gehabt, eine aktuelle Nummer eins zu schlagen.

Haider-Maurer fliegt am Freitag zurück nach Österreich und bereitet sich dann auf seine Hochzeit am Samstag in einer Woche in Tirol vor.

Damit sind mit Dominic Thiem und Jürgen Melzer noch zwei Österreicher bei den US Open im Einsatz. Beide bestreiten ihre Zweitrunden-Matches am Donnerstag, jeweils im dritten Match nach 17 Uhr MESZ. Thiem spielt gegen den Usbeken Denis Istomin, Melzer muss gegen den Tschechen Tomas Berdych (6) auf den Court. (APA, 3.9.2015)