Stuttgart - Die deutsche Musikwissenschafterin Regula Rapp wird das Rektoramt an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien (mdw) nicht antreten. Das teilte die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, der Rapp vorsteht, heute, Montag, Früh mit. "Die Legitimationsbasis ist zu prekär", so Rapp, um deren Wahl es zu Diskussionen an der Wiener Musikuni gekommen war. (DER STANDARD berichtete)

"Wenn eine Universität eine von außen kommende Rektorin, die den 'Blick von außen' mitbringt, nicht als Chance erkennt, dann ist eine stabile Leitung und eine zukunftsweisende Weiterentwicklung dieser Universität kaum vorstellbar. Die Universität muss für diese zeitgemäße Lösung auch innerlich reif sein", heißt es in der Stellungnahme.

Zu wenig Unterstützung von Senat

Rapp habe in den Wochen seit ihrer überraschenden Wahl Anfang April zur Nachfolgerin des amtierenden Rektors Werner Hasitschka zahlreiche Gespräche geführt: "Selbstverständlich gibt es auch etliche Professoren, die mich begrüßt haben. Die Unterstützung durch den Senat war jedoch von Anfang an ungenügend. Unter diesen Umständen kann ich das hohe Amt an einer so bedeutenden Universität, das deren Universitätsrat mir gegen alle Widerstände des Senats anvertrauen wollte, leider nicht antreten." Sie bleibe daher weiter in Stuttgart, wo es eine "zuverlässige Basis für inhaltliches Arbeiten auf hohem Niveau" gebe, so die Musikwissenschafterin, die ihr Amt in Wien am 1. Oktober antreten hätte sollen.

An der mdw kam es rund um die Rektorswahl zu Unruhen, da der Uni-Rat aus einem Dreiervorschlag des Senats nicht die Senats-Wunschkandidatin und mdw-Vizerektorin Ulrike Sych, sondern Rapp wählte. Der Senat wertete die Entscheidung als "Affront". Sych kündigte die juristische Prüfung der Entscheidung des Universitätsrates an.

Universität will bald notwendige Schritt einleiten

Der Uni-Rat bedauert die Entscheidung Rapps, das Rektorsamt nicht anzutreten. Rapp habe dem Rat ihren endgültigen Entschluss schriftlich mitgeteilt. Man befasse sich nun mit "dieser fundamentalen Änderung der Prämissen für das neue Rektorat" und leite dann die notwendigen Schritte ein, heißt es.

(APA, 11.5.2015)