Körperwelten: Totentanz in Linz

    Ansichtssache19. Februar 2015, 05:30
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    Die Ausstellung des umstrittenen Leichenpräparators Gunther von Hagens macht erstmals Station in Linz - In Berlin ist der Tod neuerdings ein Dauergast

    Linz/Berlin - Gunther von Hagens trifft gerne ins Schwarze, genauer gesagt mitten ins Herz. Schließlich bildet das Hochleistungsorgan unseres Körpers den thematischen Schwerpunkt der "Körperwelten" in der Linzer Tabakfabrik, die von 20. Februar bis 27. Mai 2015 das Innere nach außen kehren.

    Angelina Whalley, Kuratorin und Ehefrau des Plastinators, wird dabei nicht müde den pädagogischen Gehalt der morbiden Schau zu betonen: "Auf unser Herz, dieses lebenswichtige Organ, achten wir oft erst, wenn es erkrankt oder unter großer Belastung leidet. Deshalb wünsche ich mir, dass die Ausstellung die Besucher anregt, herzbewusster und gesünder zu leben."

    Wer Gunther von Hagens Arbeiten kennt, weiß, dass die vermeintliche "Entdeckung des Selbst" bzw. die angestrebte Katharsis nur ein Mittel zum Zweck ist - nämlich den Tod als Spektakel zu inszenieren. Wer etwa Leichen beim Sex unter der Dusche oder tote Sportler und Tänzer zeigt, muss sich auch den Vorwurf gefallen lassen, pseudowissenschaftlich und pietätlos zu sein.

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    Die in Scheiben geschnittenen Körper locken jedenfalls ein Massenpublikum an. Eigenen Angaben zufolge wollten bislang mehr als 40 Millionen Besucher weltweit den "sichtbaren Tod" bestaunen. - So viele Sensationshungrige können nicht irren, oder doch? (Günther Brandstetter, derStandard.at, 19.02.2015)

    Körperwelten - Eine Herzenssache
    Ort: Tabakfabrik, Gruberstraße 1, 4020 Linz
    Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 09:00 bis 18:00 Uhr; Samstag, Sonntag und Feiertage: 10:00 bis 18:00 Uhr.
    Ausstellungsdauer: 20. Februar bis 27. Mai.2015
    Eintritt: 18 Euro für Erwachsene, 13 Euro für Kinder und Jugendliche (7 bis 18 Jahre)

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