Rundschau: Der Vibrator des Todes

    Ansichtssache27. September 2014, 09:06
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    Neue Phantastik-Lektüre von großen Namen: Stephen Baxter, K. J. Parker, Robert A. Heinlein und Harlan Ellison

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    coverfotos: kunstmann/heyne

    Hinweise, Hinweise, Hinweise

    Ich kann nur immer wieder empfehlen, auch englischsprachige Bücher zu lesen. Und das ausdrücklich nicht aus einer "Keine Übersetzung ist so gut wie das Original"-Haltung heraus. Sondern weil die Auswahl und die thematische Bandbreite dann so unglaublich viel größer werden, gerade in der Phantastik. Auf Englisch soll's sogar Fantasy-Romane geben, in denen keine Zwerge vorkommen (ist aber vielleicht auch nur 'n Gerücht).

    Bei zwei wirklich großartigen Werken - beide aus dem aktuellen Kalenderjahr! - ist es nun aber nicht mehr notwendig. Vor kurzem ist im Verlag Antje Kunstmann der erste Band von Jeff VanderMeers "Southern Reach"-Trilogie (siehe die vorherige Seite) herausgekommen: "Auslöschung" ("Annihilation"). Band 2, "Autorität" ("Authority"), erscheint Mitte Jänner 2015, der Abschluss mit dem gerade erst besprochenen "Akzeptanz" schon zwei Monate später. Guter Griff!

    Ebenfalls schnell geschaltet hat der Heyne-Verlag und Everybody's Darling von 2014 übersetzt: Andy Weirs formidablen MacGyver-auf-dem-Mars-Roman "The Martian". Den muss man einfach mögen. Die deutsche Fassung "Der Marsianer" erscheint am 13. Oktober.

    Expansion in die Bilderwelt

    Des Weiteren: Wer es noch nicht bemerkt hat - unser lange geforderter Comic-Blog ist mittlerweile angelaufen und nennt sich Pictotop. Eben hat Kollegin Karin noch den staatlichen Förderpreis für Wissenschaftspublizistik entgegengenommen, schon antwortet sie mit dem ersten Blog-Eintrag in Sachen Bildliteratur - that's the spirit!

    Auf den Namen des Blogs blicke ich indes mit ein wenig Neid. Da sieht man nämlich, was ein bisschen konzeptionelle Planung ausmacht. Hätte ich seinerzeit geahnt, dass aus dem "Stellen wir doch mal ein paar SF-Rezensionen online und schauen, ob's wen interessiert"-Experiment etwas Längerfristiges wird, hätte ich mir nämlich auch einen besseren Namen überlegen können als ... Rundschau *seufz*. Aber jetzt heißt das Ding halt so - ein weiteres Beispiel dafür, dass Provisorien am längsten halten.

    Fortsetzung folgt

    Womit auch schon die Überleitung zu den traditionellen Schlussworten "In der nächsten Rundschau ..." hergestellt wäre. Unter anderem werden wir uns nächstes Mal anschauen, ob Larry Niven und Gregory Benford im zweiten Teil ihrer Geschirrwelt (das Rennen zwischen "Schüssel" und "Tasse" ist noch nicht entschieden) vielleicht doch noch ein bisschen alten Ringwelt-Zauber zusammenkratzen können. Wir besuchen das Universum, das George R. R. Martin vor dem "Lied von Eis und Feuer" geschaffen hat. Und wir warten gespannt auf den Briefträger, der hoffentlich rechtzeitig die Antwort auf die Frage bringt, wie sich Special Agent Dana Scully alias Gillian Anderson als Romanautorin macht. (Josefson, derStandard.at, 27. 9. 2014)

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