Heilung durch Musik: Einem Phänomen auf der Spur

23. März 2005, 12:13
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Warum wirkt Musik positiv auf den Menschen? - Erste Erfolge mit Messungen zu biologischen Rhythmen

Salzburg - Dass Musik bei Krankheit, Stress oder Schmerzen positive Auswirkungen auf den Menschen hat, ist heute in vielen wissenschaftlichen Untersuchungen bewiesen. Doch die Frage, warum Musik Schmerz lindert oder den Heilungsprozess unterstützt, ist noch unbeantwortet. Bei einer Tagung von Musikwirkungsforschern, die am Donnerstag in der Stadt Salzburg begonnen hat, versuchen die Wissenschaftler, der Antwort auf diese Frage näher zu kommen.

"Es gibt unzählige Studien, wie Musik wirkt", erklärte Hans-Ullrich Balzer, der wissenschaftliche Leiter des Forschungsnetzes "Mensch und Musik" der Universität Mozarteum im Gespräch mit der APA. "Doch die Frage, warum tut sie das, ist noch weitgehend ungelöst." Eine mögliche Antwort könnte dabei die Chronobiologie geben. Ein Hörer empfinde Musik dann als angenehm oder schön, wenn der biologische Rhythmus der Musik - der wiederum vom Komponisten oder Interpreten geprägt ist - mit dem biologischen Rhythmus des Hörers synchronisiert sei, erläuterte Balzer eine Hypothese, an der unter anderem in Salzburg gearbeitet wird. Solche Rhythmen seien beispielsweise die Phasen des Schlafes, Tages-Rhythmen oder Adrenalin-Zyklen, erläuterte Balzer. Solche biologischen Grundstrukturen seien unbewusst in der Musik angelegt.

In der neurobiologischen Forschung geht es darum, mehr über solche Grundstrukturen zu erfahren. "Wir wollen noch tiefer in die Wirkungsmechanismen von Musik vordringen", nannte Balzer als Ziel. Die bisherigen Messungen mittels Computertomographie hätten erste Forschungserfolge gebracht. Man sehe, an welchen Stellen des Gehirns die Musik ansetze.

Musik als Therapie

Gelingt eine Antwort auf die Ausgangsfrage, dann könne man einen Schlüssel dazu finden, wie Musik noch gezielter in der Therapie von Krankheiten, zur Leistungssteigerung oder zum Stressabbau eingesetzt werden könne, erläuterte Balzer.

Der Kongress in Salzburg dient dazu, die neuesten Forschungsergebnisse und den Stand der österreichischen Musikwirkungsforschung zu präsentieren. Die Veranstaltung ist eine Vorbereitung auf einen großen internationalen Kongress dieser Disziplin, der im Mozartjahr 2006 in Baden bei Wien stattfinden wird. (APA)

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