Zumtobel und Toyota bringen Leuchten ins Burgenland

22. März 2005, 14:28
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In Jennersdorf fertigt die Vorarlberger Zumtobel-Gruppe LED-Leuchten - Nun wird über ein Joint Venture mit dem Toyota-Konzern im Südburgenland weiter ausgebaut

Tokio/Jennersdorf - Noch ist die gemeinsame Firma nicht offiziell angemeldet, aber der Vertrag für ein Joint Venture zwischen der Vorarlberger Zumtobel-Gruppe und der Toyota-Gruppe bereits unterzeichnet.

Im April wird gemeinsam die Suneon Light Sources GmbH im burgenländischen Jennersdorf gegründet, um die Produktion von LED-Leuchten (lichtemittierende Dioden) zu beginnen. Ziel des Joint Ventures ist es, speziell für den europäischen Markt LED-Leuchten für die Automobil- und Kommunikationsindustrie zu entwickeln.

LED steht für "Light-Emitting Diode". Hiebei wird elektrischer Strom mithilfe einer Halbleiterverbindung in Licht umgewandelt. LED sind wartungsfrei und haben eine sehr hohe Lebensdauer, sind klein und robust. Sie erzeugen hohe Lichtstärken und geben keine Infrarot- oder UV-Strahlung ab. Derzeit werden LED-Leuchten beispielsweise in Fahrzeugen für Armaturenbeleuchtungen, in Handys für Displays eingesetzt.

An dem neuen Unternehmen in Jennersdorf werden je zur Hälfte die TridonicAtco der Zumtobel-Gruppe und Toyoda Gosei in Aichi (eines der zwölf Tochterunternehmen von Toyota) beteiligt sein. Vorerst werden 2,6 Millionen Euro in den Ausbau des Standortes Jännersdorf investiert, bis Ende 2008 sollen es sieben Millionen Euro sein.

90 Mitarbeiter

Dann sollen 90 Mitarbeiter rund 50 Millionen Euro Umsatz erwirtschaften, nennen Walter Ziegler und Andreas Ludwig von Zumtobel sowie Takashi Matsuura, Präsident von Toyoda Gosei, als Umsatzziel.

Kohei Yoshino, Repräsentant der Austrian Business Agency in Tokio, schätzt die Zusammenarbeit der beiden Konzerne insofern als bedeutend ein, als es sehr selten sei, dass japanische Unternehmen ihre Produktion ins Ausland verlegen. Oft würden im Ausland nur Verkaufsbüros eröffnet.

Mit Toyoda Gosei kommt heuer bereits das dritte japanische Unternehmen nach Österreich. Im Jänner kam die Hanwa Corporation aus Tokio nach Wien, um Holz aus dem EU-Raum nach Japan zu exportieren. Im März ließ sich das Pharmaunternehmen Eisai Company in Wien nieder.

Die bisher größten Investitionen japanischer Unternehmen in Österreich kamen von Sony DADC mit Standort Salzburg respektive dem Halbleiterhersteller Matsushita Electrics mit Standort Enns. (Andrea Waldbrunner, Leo Szemeliker, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 16.03.2005)

  • Das Technologiezentrum Jennersdorf wird ausgebaut, Toyota und Zumtobel schaffen mittelfristig mit LED-Lichtkörpern für Autos und Handys 90 Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region Südburgenland.
    foto: wibag

    Das Technologiezentrum Jennersdorf wird ausgebaut, Toyota und Zumtobel schaffen mittelfristig mit LED-Lichtkörpern für Autos und Handys 90 Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region Südburgenland.

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