Frauen bestimmen den Trend zum Miethaus

16. März 2005, 10:55
posten

Sozialer Wandel verändert Wohnungwünsche

Wichtige Entscheidungen bei der Wahl einer Wohnung, wie Größe und Lage, werden vorrangig von Frauen getroffen. Geldfragen entscheiden PartnerInnen gemeinsam. Das ergab bereits die Untersuchung "Frauen und Immobilien" von Autorin Andrea Baidinger im Jahre 2002. In Zusammenarbeit mit dem Gallup Institut führte sie nun die Trendstudie 2004 zu den Wohn- und Lebenswelten der ÖsterreicherInnen durch und kommt zu dem Ergebnis, dass der soziale Wandel in Österreich zu einer deutlichen Änderung der Wohnungswünsche geführt hat.

Sozialer Wandel

Vor allem die hohen Scheidungsraten und daraus resultierende Patchworkfamilien führen zu einer gesteigerten Nachfrage nach größeren Wohnungen und Miethäusern. Vermehrt leben so auch wieder vier oder fünf Kinder unter einem Dach, wenn auch meist nur für wenige Jahre, bevor sie eigenständig wohnen.

Generell tendieren 60 Prozent der befragten Frauen zur Miete. Männern gelingt es viel eher, Eigentumsobjekte als Anlageform wahrzunehmen, Aspekte von Bindung und Verpflichtung können auch aufgrund höherer Einkommen in den Hintergrund treten. Bereits ein Fünftel der befragten Frauen, aber nur neun Prozent der Männer interssieren sich für ein gemietetes Haus. Neben neuen Familienformen entscheiden sich auch 22 Prozent der Generation 50-plus bevorzugt für ein Miethaus.

Image und Immobilien

Preis und Infrastruktur sind mit jeweils rund 60 Prozent zwar die wichtigsten Kriterien bei der Suche einer neuen Bleibe. Für 44 Prozent ist aber bereits der Eindruck eines Hauses oder einer Wohnanlage entscheidend. 28 Prozent geben an, dass die Ausstattung eine Hauptrolle spielt.

In der Wichtigkeitsskala nach der sich WienerInnen bei Wohnungsangeboten orientieren, liegt das Image der Immobilie mit 69 Prozent - unabhängig von Alter und Einkommen - gleich nach Lage bzw. Infrastruktur (75 Prozent) bereits auf Platz zwei. Andrea Baidinger betont: "Haus und Wohnung sind die äußere Hülle des Menschen. Immer mehr legen Wert darauf welche sozialen und persönlichen Signale das Haus vermittelt."

Die imagebildende Komponente war den EigentümerInnen eines Hauses bisher im Rahmen der Bauordnungen hauptsächlich beim Einfamilienhaus wichtig. Jetzt identifizieren sich die ÖsterreicherInnen - so die Interpretation der Studienautorin - auch im mehrgeschoßigen Wohnbau über die Auswahl architektonischer Trends oder bestimmter Bauweisen. (red)

  • Artikelbild
    grafik: andrea.baidinger
Share if you care.