Lakritz schmeckt Herpes-Viren nicht

12. März 2005, 20:30
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Süßholzzucker hilft nicht nur im Akutfall, sondern kann die lästigen Viren sogar im Schlummerzustand unschädlich machen

Wien - Amerikanische Wissenschafter fanden heraus, dass Süßholzzucker, auch Glycyrrhizinsäure genannt, nicht nur für den typischen Geschmack von Lakritz verantwortlich ist, sondern sich in Studien auch als wirksames Mittel gegen akute Herpesinfektionen erwies, berichtete die Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. in Aachen am Dienstag.

Herpesviren können, wie viele andere Viren, in getarnter Form im Körper überdauern und erst nach längeren Zeiträumen in einen aktiven Zustand zurückkehren. Francesca Curelli, Alvin E. Friedman-Kein und Ornella Flore von der Mikrobiologischen Abteilung der New York University School of Medicine entdeckten nun, dass der Süßholzzucker auch Viren im Schlummerzustand unschädlich machen kann, erzählte Karima Jung von der Aachener Gesellschaft.

Virale Tarnung ausgeschaltett

Im Labortest zeigten gesunde Zellen keinerlei Reaktionen auf den Süßholzzucker, im Gegensatz zu den befallenen Zellen, die innerhalb von neun Tagen abstarben. Die Wirkungsweise von Glycyrrhizinsäure beruht darauf, dass sie die Tarnung der Viren auffliegen lässt, indem sie die Produktion eines der Virusproteine, welches die Entdeckung des Erregers durch die Zelle verhindern soll, blockiert, erläuterte Jung.

Die im Labor erhaltenen Ergebnisse lassen sich jedoch noch nicht am menschlichen Organismus nachvollziehen, da die bisher notwendige Dosis des Süßholzzuckers noch viel zu hoch ist, um Betroffene zu behandeln, so Jung. Die Forscher sind jedoch zuversichtlich, eine Erfolg versprechende Maßnahme gegen latente Virusinfektionen entdeckt zu haben, glaubt die Expertin.(APA)

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    Lakritz ... oder doch lieber Herpes? Am typischen Geschmack scheiden sich bekanntlich die Geister.

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