Max Walch: "Ich trete über, das ist klar"

10. März 2005, 16:38
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Meinungen der FPÖ-Abgeordneten zur möglichen Neugründung gehen auseinander: Partik-Pable sieht Gefahren in einer Spaltung

Wien - Völlig unterschiedliche fallen die Bewertungen der vier FPÖ-Abgeordneten Helene Partik-Pable, Mares Rossmann, Herbert Haupt und Max Walch über die von Kärntens Landeshauptmann Jörg Haider (F) geforderte Neugründung der Partei aus. Partik-Pable sagte, sie "hoffe immer noch, dass es zu keiner Neugründung kommt. Ich glaube, das ist noch nicht ausgegoren. Eine Neugründung wäre ja automatisch mit einer Spaltung verbinden". Ob sie zu einer FPÖ-Neu übertreten würde, sei eine "wirklich sehr schwierige Frage". Haupt erklärte ebenfalls auf Anfrage der APA, er habe sich die Frage eines Übertritts "noch nicht überlegt", wogegen Walch betonte: "Ich trete über, das ist klar". Mit "kein Kommentar" antwortete kurz und bündig Rossmann.

Partik-Pable: "Das ist mit einer Spaltung verbunden"

Partik-Pable sagte, sie könne sich nicht vorstellen, dass irgend jemand ein Interesse an einer Neugründung habe. "Das ist mit einer Spaltung verbunden, weil wir auf alle Fälle Leute verlieren. Die anderen haben auch Anhänger, wer auch immer die anderen sind. Alle müssen versuchen, vernünftig zu agieren und auch manchmal nicht zu reden, sondern lieber zu arbeiten". Darauf angesprochen, ob in einer FPÖ-Neu Haider an der Spitze stehen sollte, meinte die Sicherheitssprecherin, "man würde ja die Augen verschließen, wenn man nicht die Rolle Jörg Haiders in der FPÖ anerkennt. Er hat immer mitbestimmt, mitgeredet. Er war derjenige, der die FPÖ seinerzeit aus dem Tief heraus geholt hat und ist eine ungeheuer charismatische Persönlichkeit". Eine FPÖ-Neu mit Haider an der Spitze "hätte sicher eine größere Bedeutung. Am gescheitesten wäre es, wenn er sich an die Spitze stellt". Denn die "Zwitterstellung, sehr bedeutend zu sein und sich nicht an die Spitze zu stellen, ist für jeden unbefriedigend".

"Modell der bayrischen CSU" vorstellbar

Sollte Ursula Haubner eine FPÖ-Neu weiter an der Spitze führen, "dann wird das halt wieder Unmut in der Anhängerschaft auslösen. Das Ganze geht ja nur deshalb gut, weil Frau Haubner die Schwester (von Haider, Anm.) ist. Und da sind gewisse Rücksichtnahmen auf alle Fälle vorhanden. Sie macht ihre Sache ganz gut, nur hat sie eine sehr schwierige Situation zu meistern". Angesprochen auf die Auswirkungen für die Koalition meinte Partik-Pable, entgegen medialen Berichten funktioniere die Arbeit in der Regierung gut. Sollte es zu einer Neugründung der FPÖ kommen, kann sich Partik-Pable auch ein Modell nach dem Muster der bayerischen CSU vorstellen. "Dass das so ähnlich ist wie bei CSU und CDU. Dass man zwar in gewisser Weise zusammen gehört, aber doch nicht ganz. Also wie ein Ehepaar, das in einer Lebensgemeinschaft lebt, das nicht mehr zusammen lebt, aber doch noch irgend welche gemeinsamen Interessen und Verbindung hat".

Haupt: "Schuss vor den Bug, dass sich der Stil ändern muss"

Haupt meinte wiederum, "alle Überlegungen werde man erst dann anlegen, wenn die Konturen der neuen FPÖ und ihre Zielsetzungen klar erkennbar sind". Er glaubt, dass die Forderung Haiders auch ein "Schuss vor den Bug ist, dass sich der Stil ändern muss. Ich bin aber eher pessimistisch, weil es manche gibt, die heute Kritik in der Partei machen und den politischen Mitbewerber völlig außer Acht lassen".

Walch: "Aber auf jeden Fall bleibe ich bei der Uschi..."

Walch sagte, "man muss sich das anschauen, wie was geht. Aber auf jeden Fall bleibe ich bei der Uschi (Haubner, Anm.)". Es gehe auch darum, dass "man mehr positives raus bringt. Dass nicht Leute drin sind, die nur sudern und raunzen". Konkret darauf angesprochen, wer zu den Suderern und Raunzern gehört, meinte Walch, es seien jene, die sich nicht an die Spielregeln halten. Also die vom Parteivorstand ausgeschlossenen Andreas Mölzer, Heinz-Christian Strache oder Ewald Stadler.

Unentschlossen oder "Kein Kommentar": Rossmann, Prinzhorn, Böhmdorfer, Hofmann

Rossmann wollte ebenso wie der Dritte Nationalratspräsident Thomas Prinzhorn keinerlei Kommentar über die Frage des Übertritts abgeben. Sie betonte nur, dass "der Klub geschlossen hinter der Regierung steht". Auch Dieter Böhmdorfer und Reinhard Eugen Bösch überlegen noch, wie sie zu den Ankündigungen Haiders stehen, wollte keine Stellungnahme abgeben. (APA)

  • Über "Neue Wege" sind sich Partik-Pable (Foto von November 2004) und Haider derzeit nicht so einig.
    foto: standard/cremer

    Über "Neue Wege" sind sich Partik-Pable (Foto von November 2004) und Haider derzeit nicht so einig.

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