Kein Tag wie jeder andere

10. März 2005, 10:48
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Fünf Jahre schreiben, fünf Jahre recherchieren - dieStandard.at im Redaktionsalltag

"Guten Morgen!" - Mit dem gefüllten Kaffeehäferl starten wir in den Dienst. Computer hochgefahren, Redaktionspostfach geöffnet. Der Abenddienst grüßt aus der Übergabe-Mail, die Chefin vom Dienst mit Kritik von der Morgenkonferenz. Bei einem kleinen Tratscherl werden Redaktionsnews ausgetauscht und die Post durchgeschaut. Zeitschriften, Presseaussendungen, Rezensionsexemplare für die "Buchtipps". Ins Internet eingestiegen – wie sieht die Seite aus? Die "Zitrone" ist da. Die "Einsergeschichte" muss runter, das Chat-Protokoll weiter rauf. Kultur, Politik, Bildung, Arbeit - unsere Chatthemen sind so vielseitig wie die Gäste: Barbara Prammer war da, Maria Rauch-Kallat, Johanna Dohnal und Herbert Haupt, Valie Export und Läuferin Steffi Graf, Susanne Rieß-Passer und die "Drei Weisinnen", Andrea Magenta, und, oder, und, und, und.

Die Presseagentur wird auf aktuelle Meldungen durchforstet. Stichwort: Frauen. Ressorts: alle. Noch nicht viel da, aber das kommt. Text ins System, Photoshop, Bild dazu und los. Forenwartung als nächstes: heißt Freude über gutes Feedback, Ärger über böse und/oder unreflektierte Postings. Kritik ist gut, aber nur wenn konstruktiv, ansonsten mühevoll. Aber Alltag. Seufz.

Gespräche, Termine, Anfragen

Das Telefon schrillt. Kommen wir zur Pressekonferenz? Könnten wir bitte den Termin ankündigen? Haben wir die E-Mail bekommen? Sind wir an Thema X interessiert? Vielleicht, ja, sicher, bitte die Unterlagen schicken. Weitere Gespräche. Unsere Expertinnen-Meinung ist bei einer Podiumsdiskussion gefragt, unser Know-how für eine Diplomarbeit zu Frauen und Medien. Wir bekommen Kinokarten für ein Gewinnspiel, eine Anfrage für ein Interview. Die Korrespondentin aus Graz mailt Themenvorschläge. Virtuelles Feedback.

Austausch und Diskussion

Kaffee- und Rauchpause. Wird für eine Diskussion mit der Ressortleiterin genutzt. Was nehmen wir als Aufmacher? Wer übernimmt übermorgen den Abendtermin? Wann ist die nächste Redaktionskonferenz? Wie gestalten wir unsere Geburtstagsseite? Schon fünf Jahre...Schon?! Erst?! Erinnerungen. Interessante Kontakte, soviel spannende Erlebnisse. Begeisterung. Ein tolles Team. Steigende Zahlen, immer mehr Echo. Kleine und große Erfolge, so viel noch zu tun, so wenig riesengroße, umwälzende Erfolge. Trotzdem das Gefühl, etwas bewegen zu können. Unser Start 2000: Große Erwartungen, Ehrgeiz, bunte "Tapeten" als Design, Kolleginnen. Unser Ein-Jahres-Fest. Viele tolle GästInnen, wunderbares Feedback, viel Bestätigung und Bestärkung. Online-Fotos von damals. Gelächter. Oh Göttin, wie haben wir ausgesehen! Unsere Sonderthemen. Frauen und Arbeit, Technik, Forschung, Kopftuch, Sexualität, Religion, Kunst, Abtreibung, Erziehung, Mädchen, Alltag, Gewalt, Musik, Karriere, Matriarchat, Märchen, Mythen, Randgebiete, Prostitution, Medizin, Fernsehen, Beruf, Berufung, apropos: zurück an die Arbeit.

Stress

Es wird stressig. Die Agenturmeldungen reißen nicht ab, dazwischen Forenwartung, E-Mails senden, antworten, das Postfach quillt über! Veranstaltungen, Anfragen, Hinweise. Newsletter verschicken. Was tut sich auf anderen Websites, in anderen Zeitungen? Was bringt "die Print" morgen? Und die Eigengeschichte muss noch recherchiert werden. Interview gecheckt. Fragen überlegt. Uff!

Nachmittag. Anregungen aus der Mittagskonferenz sind "drin", die Seite ist übersichtlich, Zeit, die "Ansichtssache" zu gestalten. Fotos reinstellen, passende Texte finden, guten Titel überlegen. Und die Eigengeschichte wartet. Noch immer...

"Bis morgen!"

Endspurt. Letzte Updates, Seite „aufräumen“, noch ein Blick in die Agentur. Termine sind bestätigt, Interview auch, Recherchen erledigt. Geschrieben wird von zuhause (Internet ist ja sooo praktisch :-)). Noch die Übergabemail an den Abenddienst. Postfach zu, Kasten aus und: "Bis morgen!" (isa)

  • dieStandard.at- Redakteurinnen bei der Arbeit...
    foto: diestandard.at
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