Österreichs Kinos verbuchten 2004 bestes Ergebnis seit 20 Jahren

21. März 2005, 13:25
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19,4 Millionen Besucher bedeuten ein Plus von 9,3 Prozent gegenüber 2003 - Einnahmensteigerung blieb hinter Erwartungen zurück

Wien - Mit 19.376.808 Besuchern erzielten Österreichs Kinos 2004 ihr bestes Ergebnis seit 20 Jahren. Bei einem Besucherplus von 9,3 Prozent gegenüber 2003 (17,7 Mio. Besucher) blieben die Einnahmen mit einer Steigerung von 7,6, Prozent allerdings unter den Erwartungen zurück, wie der Geschäftsführer des Fachverbands der Lichtspieltheater und Audiovisionsveranstalter, Kurt Kaufmann, gegenüber der APA feststellte. Der Nettokartenpreis pro Besucher sei von 5,9 Euro 2003 auf 5,8 Euro gesunken.

Blockbuster locken die Besucher an

Kaufmann führt den Besuchererfolg in einer schriftlichen Stellungnahme auf die Attraktivität des vorjährigen Blockbuster-Angebots zurück. 2004 seien zwar gleich viele Blockbuster wie 2003 (24) aufgeführt worden, sie hätten jedoch mehr Besucher (6,5 Mio.) in die Kinos gelockt als 2003 (5,3 Mio.). Der Marktanteil an Blockbustern bei den Gesamtbesucherzahlen stieg laut Kaufmann von 30 Prozent im Jahr 2003 auf 33,7 Prozent im Vorjahr.

(T)raumschiff Surprise mit Besucherrekord

Die höchsten Besucherzahlen erzielten 2004 "(T)raumschiff Surprise" (rund 1,17 Mio. Besucher seit dem Kinostart vergangenen Juli) und die im Dezember 2003 gestarteten Streifen "Findet Nemo" (rund 1,14 Mio.) und "Herr der Ringe 3" (rund eine Million). Auch "7 Zwerge - Männer allein im Wald", obwohl erst vergangenen November angelaufen, brachte es auf rund 600.000 Besucher. Die österreichischen Besuchermagneten waren "MA2412 - Die Staatsdiener" (rund 271.400 Besucher), "Silentium" (rund 198.300) und "Nacktschnecken" (rund 63.200). Der Marktanteil des österreichischen Films am Gesamtumsatz im Jahr 2004 betrug laut Kaufmann 6,6 Prozent.

Bei einer Einwohnerzahl von 8.174.762 laut Bevölkerungsstatistik vom Juli 2004 kommen auf jeden Österreicher 2,4 verkaufte Kinokarten. Zum Vergleich: In Deutschland sind es 1,8, in Frankreich 2,9 und in Spanien 3,4.

Trend: "kleiner, aber feiner

Bei den Filmtheatern lautet der Trend in Österreich wie in Deutschland "kleiner, aber feiner". In vielen Kinos werden Säle verkleinert oder geschlossen. In Österreich sank 2004 die Zahl der Kinosäle von 216 auf 214, der Marktanteil der nach wie vor 21 österreichischen Multiplex Kinos (acht Säle und mehr) sank von 50,3 auf 45,7 Prozent im Vorjahr. Österreichweit wurden im Vorjahr acht Einsaalkinos gesperrt, während die mittelständischen Betriebe ihre Kapazitäten erweiterten.

Im Herbst soll übrigens der erste österreichische Filmwirtschaftsbericht erscheinen, dessen jährliche Erstellung im novellierten Filmförderungsgesetz festgeschrieben ist. Die Erhebung der dazu nötigen Daten ist allerdings mühsam, sind doch in Österreich, im Unterschied zu anderen Ländern, Produzenten und Kinobetreiber nicht dazu verpflichtet, ihre Ergebnisse offen zu legen. (APA/dpa)

  • Österreichs Kinos verzeichneten 2004 das bestes Ergebnis seit 20 Jahren
    foto: www.multiplex-sindelfingen.de

    Österreichs Kinos verzeichneten 2004 das bestes Ergebnis seit 20 Jahren

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