Trojaner lud Pornobilder auf PC

14. März 2005, 12:10
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Schwede zu Unrecht über fünf Jahre zum Pädophilen abgestempelt - Ausgestoßen, krank, arbeitslos, verspottet und beschimpft

Über fünf Jahre musste ein schwedischer Jurist mit dem Vorwurf ein Kinderschänder zu sein leben - nun konnte ein Gericht seine Unschuld beweisen. Aufgrund von mehreren tausend Kinderporno-Bilder auf seinem Rechner verlor der Mann seinen Job, wurde beschimpft und zog außer Landes. Nun kam ein gericht zu dem Ergebnis, dass ein Trojaner für die Bilder am Rechner verantwortlich war.

12.000 Porno-Bilder

Auf dem Arbeitscomputer des mittlerweile 41-jährige Magnus Eriksson an der Universität Lund wurden 1999 12.000 Porno-Bilder gefunden - rund 3000 mit Kindern. Der Professor verlor daraufhn seinen Job. Die Leitung der Juristischen Fakultät an der Universität veröffentlichte seinen Namen und erteilte dem Mann Hausverbot. Wie Eriksson gegenüber einem schwedischen Fernsehsender erklärte, wurde er danach von Studenten verspottet und beschimpft. Als Reaktion darauf zog der Mann nach Spanien wo er seitdem ohne Arbeit und auch krank lebt.

Freispruch

Im eingeleitete Gerichtsverfahren wurde Eriksson nun freigesprochen. Nach Meinung der Richter wurden die pornografischen Bilder mit Hilfe eines als "Trojanisches Pferd" auf dem PC installierten Programms heruntergeladen. Computerexperten erhielten erst zum Prozess Zugang zum Rechner und konnten nachweisen, dass dort eine von einem Schweden geschriebene Software zur unerkannten Steuerung eines Rechners von außen installiert war. Zudem wurde bewiesen, dass die Bilder auf dem PC weder geöffnet noch angeschaut worden waren. (APA/dpa)

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