Rätselhafter ORF - Privatfunker fordern Kontrolle der Anstalt

5. April 2005, 21:05
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"Effiziente Kontrolle" des öffentlich-rechtlichen Auftrags, Gebühren­modell "überprüfen" - Forderungskatalog als Download

Geheimnisvoll, wie das Geräuscheraten im Radio um sich greift: Nach diversen Privatsendern läuft das Prinzip nun als "Hörspiel" auch in Ö3. Wie hält man öffentlich-rechtliches und privates Soundrätseln auseinander? Im Privatradio, etwa Kronehit, kostet der Anruf 50 Cent pro Minute, in Ö3 indes 60 Cent.

Ö3 begann damit just einen Tag vor der jüngsten Pressekonferenz der Privatsender. Die beschwerten sich Dienstagabend über Mehrwertnummern-TV im ORF ("Quiz Express") und anderes, was die Unterscheidung zwischen ORF und privaten Programmen deutlich erschwere. Der passende Forderungskatalog war da rasch zur Hand.

Programmförderung statt Anstaltsförderung

Ein neues Schlagwort fanden die Privatfunker für eine alte Forderung: Programmförderung statt Anstaltsförderung. Nicht nur Öffentlich-Rechtliche sollen Gebühren bekommen, sondern auch private, so sie öffentlich-rechtliche Programme bringen. Auch wenn die Idee manchem Experten im Kanzleramt gefällt, ist rasche Realisierung ziemlich unwahrscheinlich.

Strengere Werbekontrollen

An einem EU-Papier orientiert sich der Verband der Privatsender, wenn er Kontrolle fordert, ob der ORF seinen öffentlich-rechtlichen Auftrag erfüllt. Auch über die Höhe der Gebühren solle nicht allein der ORF-Stiftungsrat entscheiden können. Und weil der ORF Gebühren bekommt, müsse er strengerer Werbekontrolle unterliegen als seine private Konkurrenz. Derzeit fühlen sich im Gegenteil die Privaten bei der Kontrolle benachteiligt.

Bis zu den Höchstgerichten erstritten hat Kronehit immerhin eine Gleichbehandlung: Bis vor wenigen Wochen noch fiel für Preise bei privaten Gewinnspielen Schenkungssteuer an, nicht aber bei solchen des ORF. (fid/DER STANDARD; Printausgabe, 3.3.2005)

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