Beruhigung im Klagenfurter Frauenhaus-Streit

28. Februar 2005, 12:08
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Prüfung des Landes bestätigt laut SP-Trunk den umstrittenen Frauenhaus-Vorstand - Endbericht noch nicht veröffentlicht

Klagenfurt - Die Ende Jänner offen ausgebrochenen Auseinandersetzungen um das Klagenfurter Frauenhaus dürften beigelegt sein. Die bisherigen Überprüfungen seitens der zuständigen Abteilung beim Amt der Landesregierung hätten die vom Vorstand eingeleiteten internen Reorganisationsmaßnahmen bestätigt, erklärte am Samstag die Vorstandschefin des Hauses, SPÖ-Abg. Melitta Trunk, gegenüber der APA. Faktum sei auch, dass die Betreuung der Frauen und Kinder sichergestellt sei. In dem Ende 2003 neu eröffneten Haus finden bis zu 45 Schutz suchende Platz.

Hintergrund der Streitereien

In den vergangenen Monaten hatte es innerhalb des Hauses immer wieder Unruhe gegeben. Ursachen waren laut Trunk und ihrer Vorstandskollegin Dietlinde Kreutzer (F) vor allem die Verweigerung jeglicher Reformen und des Einblicks in die Dokumentationen. Dazu seien eigenmächtige Vorgangsweisen einiger Mitarbeiterinnen in Bezug auf Diensteinteilung und Urlaubsplanung sowie Unklarheiten in der Buchführung und der öffentlich geäußerte Vorwurf gekommen, dass Spendengelder in dunkle Kanäle geflossen seien. Deshalb wurden die Vorstandsmitglieder Andrea Wulz, Grün-Stadträtin in Klagenfurt, sowie Grete Adam-Kesselbach wegen vereinsschädigenden Verhaltens vom Vorstand ausgeschlossen. Auch eine mit der Buchführung beauftragte Mitarbeiterin wurde vorübergehend suspendiert.

Fachamtsprüfung zu Qualität der Betreuung

Zusätzlich wurde eine Wirtschaftsprüfung in die Wege geleitet, um Vorwürfe mit eventueller rechtlicher Relevanz zu klären. Dieser Prüfbericht steht laut Trunk noch aus, er soll kommende Woche vorliegen. Durchgeführt wurde allerdings bereits eine Fachamtsprüfung durch die Abteilung 13 des Landessozialreferates, mit dem Ziel, die fachliche Qualität der Betreuung zu beurteilen. Diese Prüfung habe laut Trunk "das Handeln des Vorstandes bestätigt, und zwar ausdrücklich auch die Einführung einer Geschäftsführerin im August vergangenen Jahres.

Der Vorstand des Frauenhauses bedauert laut Trunk und ihrer Kollegin Kreutzer die jüngsten Auseinandersetzungen, "da diese weder der Institution noch dem Verein gerecht werden". Man sehe sich jetzt aber "in unserer Vorgangsweise und der von uns geforderten Qualitätssicherung im Hinblick auf Betreuung und betriebsinterne Abläufe voll und ganz bestätigt", betonte die stellvertretende Frauenhaus-Vorsitzende Kreutzer. Evident sei, dass klare Kompetenzen und Vereinbarungen sowie ein funktionierendes Controlling vonnöten seien, um ein bestens funktionierendes Haus zu garantieren.

Das Klagenfurter Frauenhaus, das vor rund 20 Jahren ins Leben gerufen worden war und 2003 in einen modernen Neubau übersiedelte, verfügt über sieben hauptberufliche und zehn teilzeitbeschäftigte Mitarbeiterinnen. Die langjährige ehemalige SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Trunk und die frühere FPÖ-Abgeordnete Kreutzer waren auch bei der Errichtung der Frauenhäuser in Villach und Wolfsberg federführend.

Endbericht folgt

Die Leiterin der Abteilung Soziales, Jugend, Frauen und Familie beim Amt der Kärntner Landesregierung, Christine Gaschler-Andreasch, zeigte sich am Samstag verwundert über die Feststellungen der Vorsitzenden des Klagenfurter Frauenhauses, Melitta Trunk, sowie ihrer Stellvertreterin Dietlinde Kreutzer im Zusammenhang mit der Prüfung der internen Angelegenheiten des Frauenhauses. Der Endbericht des Landes werde nämlich erst Ende kommender Woche gemeinsam mit dem Finanz- und Wirtschaftsbericht vorgelegt werden, erläuterte sie gegenüber der APA.

Trunk und Kreutzer verwiesen in diesem Zusammenhang auf eine offizielle Besprechung zwischen ihnen und Gaschler-Andreasch in der abgelaufenen Woche. Dort habe die Abteilungsleiterin "sowohl die Installierung einer Geschäftsführung als äußerst notwendig erachtet" als auch erklärt, dass diese künftig über mehr Kompetenzen verfügen solle. Auch habe Gaschler-Andreasch konstatiert, dass es bisher einen "Dokumentationsmangel" gegeben hätte. (APA)

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    Melitta Trunk
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