Der Stoff, aus dem Heldinnen sind

1. März 2005, 22:24
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Film-Premiere von "Sophie Scholl - die letzten Tage" im Wiener Urania-Kino

Das Bild, erklärte der Botschafter, sei ihm wichtig. Weil es ihn jeden Tag an das erinnere, "worauf es ankommt". Nämlich das Handeln stets dem Gewissen folgen zu lassen. Das Bild von Sophie und Hans Scholl und Christoph Probst hänge über seinem Tisch, erklärte Henning Horstmann, der deutsche Botschafter in Wien. Und es sei ihm eine "stete Mahnung: Nur wer sich erinnert, weiß woher wir kommen."

Donnerstagabend war Horstmann - gemeinsam mit u.a. Margit Fischer, Helga Häupl-Seitz und Francesca Habsburg - in die Wiener Urania gekommen, um die Premiere des bei der Berlinale mit zwei silbernen Bären (beste Darstellerin und beste Regie) ausgezeichneten Films "Sophie Scholl - die letzten Tage" zu erleben. Und um sich bei Hauptdarstellerin Julia Jentsch für "ihre einfühlsame Art zu bedanken, in der Sie Sophie dargestellt haben".

Es sei ihr, erklärte Jentsch später, wichtig gewesen, die am 22. Februar 1942 hingerichtete Widerstandskämpferin nicht als Überheldin darzustellen, sondern als eine "normale Frau, die an der Aufgabe gewachsen ist". Das sei es, was eine Heldin ausmache. Und das, worauf es ankommt. (Thomas Rottenberg, DER STANDARD - Printausgabe, 26./27. Februar 2005)

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    foto: standard/heribert corn
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