Spekulationen um DFB-Präsidium

22. Februar 2005, 17:05
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Mayer-Vorfelder.... - Kritik an Struktur der Doppelspitze

Frankfurt/Main - In der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat am Dienstag eine außerordentliche Präsidiumssitzung stattgefunden. Dabei soll es unter anderem um die Kompetenz-Verteilung der durch den Wettskandal in heftige Kritik geratenen DFB-Doppelspitze gegangen sein. "Es ist die Zeit der Spekulationen, das bin ich gewohnt", gab sich Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder gelassen, nachdem "Spiegel online" berichtet hatte, dass seine Abwahl vorbereitet werden solle.

Ablösung von Mayer-Vorfelder kein Thema

Das DFB-Präsidium hat nach Aussagen von Vizepräsident Engelbert Nelle nicht über eine Ablösung von Gerhard Mayer-Vorfelder debattiert. "An der Doppelspitze hat nie jemand gezweifelt", erklärte der Präsident des Norddeutschen Fußball-Verbandes (NFV). Weitere Informationen will der DFB in einer Presseerklärung bekanntgeben.

"Ich weiß nicht, wer die Lawine losgetreten hat", meinte der DFB-Chef, der zwanzig Minuten vor Sitzungsbeginn eintraf. Auch WM-OK-Chef Franz Beckenbauer, der die Doppelspitze kürzlich heftig kritisiert hatte, nahm als DFB-Vizepräsident an dem Treffen teil. Beckenbauer hat die Sitzung nach rund dreieinhalb Stunden vorzeitig verlassen. Er eilte am Nachmittag kommentarlos aus der Frankfurter Verbandszentrale, um rechtzeitig zum Champions-League-Achtelfinale zwischen dem FC Bayern und dem FC Arsenal in München zu sein.

Zögerliches Verhalten beim Schiri-Skandal

Mayer-Vorfelder, an dessen Seite Theo Zwanziger seit Oktober als Geschäftsführender Präsident fungiert, war vor allem durch sein zögerliches Verhalten und verwirrende Aussagen im Manipulationsskandal heftig in die Kritik geraten. Bei einer Präsidiumssitzung vor rund einer Woche soll laut einem Sitzungsteilnehmer Zwanziger die Machtfrage gestellt haben. "Wenn ihr mich loswerden wollt, müsst ihr mich erschießen", soll Mayer-Vorfelder wiederum gesagt haben. Der DFB-Präsident wies diese Aussage am Dienstag noch einmal als falsch zurück.

Zwanziger hatte zuletzt gefordert, dass der 71-jährige Mayer-Vorfelder, der unter anderem für die A-Nationalmannschaft zuständig ist, auch "loslassen können muss". (APA/dpa)

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