Nur ÖVP ist allgegenwärtig

25. Februar 2005, 14:57
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Der Großteil der Niederösterreicher ist am 6. März zur Wahl aufgerufen - In der Hälfte der 570 Gemeinden tritt die FPÖ nicht an

St. Pölten - Vor fünf Jahren, die FPÖ hatte auf Bundesebene gerade Regierungsverantwortung übernommen, errangen die Freiheitlichen landesweit noch 7,89 Prozent der Stimmen. Diesmal wird ihnen das kaum gelingen können - denn es mangelt schon an der Grundvoraussetzung: Die Freiheitlichen bringen es 2005 nur mehr auf 279 Kandidaturen, davon 39 Listen, die als FPÖ-nahe gelten, aber nicht direkt Parteilisten sind.

So tritt etwa der ehemalige FPÖ-Landeschef Ernest Windholz, der in Bad Deutsch-Altenburg 2000 das beste Ergebnis (38 Prozent) erzielt hatte, diesmal mit einer orangen statt blauen Liste an: Das "Team Ernest Windholz - Parteifreie und Freiheitliche" setze sich "aus zwanzig engagierten Menschen" zusammen, betont er. Dreizehn davon gehörten keiner Partei an; die sieben anderen sind - wie er selbst - mit jenen Mandataren identisch, die derzeit für die FPÖ im Gemeinderat sitzen.

Das Phänomen, dass sich kleine Parteien in kleinen Gemeinden schwer tun, Kandidaten (und für diese dann Unterstützungserklärungen) zu bekommen, bekommen allerdings auch andere Gruppen zu spüren: Die Grünen können am übernächsten Sonntag nur in 105 Gemeinden antreten.

Insgesamt bewerben sich bei den Kommunalwahlen in 570 der 573 Gemeinden des Landes unter der Enns (nicht in St. Pölten, Krems und Waidhofen a.d. Ybbs) 1723 Parteigruppen um 11.669 Mandate. Die meisten Listen, 416, treten mit der Corporate Identity der ÖVP an, dazu kommen noch 157 Listen, die VP-nahe sind (in einigen Gemeinden gibt es sowohl eine offizielle VP-Kandidatur als auch eine einer VP-nahen Liste). Schon bei der letzten Wahl 2000 hatte es einen Wahlerfolg der Landeshauptmann-Partei gegeben: 48 Prozent wählten auch auf Kommunalebene ÖVP.

Die SPÖ tritt in 563 Kommunen an. Sie stellt 533 plus 31 "nahe" Listen (insgesamt 564 mit Doppelkandidatur). Nicht vertreten sind die Sozialdemokraten am 6. März in Aderklaa, Mannsdorf an der Donau und Parbasdorf (Bezirk Gänserndorf), Japons und Röhrenbach (Bezirk Horn), St. Corona am Wechsel (Bezirk Neunkirchen) sowie in Schweiggers (Bezirk Zwettl). Die größte Gemeinde (und einzige Statutarstadt), in der am 6. März gewählt wird, ist mit 55,1 Prozent allerdings fest in "roter" Hand: Wiener Neustadt. (cs, bri, APA/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 22.2.2005)

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