NBA: Iverson war der Star der Stars

28. Februar 2005, 10:08
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Der MVP des All-Star-Games führte den Osten erstmals seit vier Jahren zum Sieg

Denver - Allen Iverson hat am Sonntag im NBA-All-Star-Game in Denver gezeigt, dass er nicht nur eine "Punktemaschine ist". Der Liga-Topscorer führte das Team der Eastern Conference mit 15 Punkten, zehn Assists und fünf Steals zu einem 125:115-Erfolg und damit zum ersten Sieg in der prestigeträchtigen Exhibition seit vier Jahren. Der Guard der Philadelphia 76ers wurde dafür zum zweiten Mal nach 2001, als der Osten zum bis dato letzten Mal die Oberhand über den Westen behalten hatte, mit dem Titel des wertvollsten Spielers (MVP) ausgezeichnet.

Genuss der Freiheiten

"Es ist großartig. Mit den besten Spielern der Welt zusammen zu spielen, macht die Sache für mich viel einfacher", freute sich Iverson. "Es ist angenehm, nicht immer die ganze Aufmerksamkeit der Verteidigung auf sich zu ziehen", erklärte der 29-Jährige, der mit durchschnittlich 29,8 Punkten pro Partie die NBA-Punktewertung anführt. Topscorer des Spiels war mit Ray Allen (Seattle Supersonics/17 Punkte) aber ein Spieler des unterlegenen Westen.

"So sehr uns die Show auch gefällt, das Team stand im Vordergrund. Es geht nicht um Einzelleistungen, aber wir haben wirklich guten Basketball gesehen", spielte Allen darauf an, dass zwar auf beiden Seiten je sieben Spieler zweistellig punkteten, erstmals seit 1981 erreichte aber kein All-Star mehr als 20 Zähler. Die Eastern Conference stellte in der ewigen Bilanz auf 34:20 Siege.

Kobe Bryant der Buhmann

Als einziger Akteur wurde Kobe Bryant vom Publikum in Denver ausgepfiffen. Der Lakers-Superstar war im Vorjahr im US-Bundesstaat Colorado wegen Vergewaltigung angeklagt worden, der Prozess wurde jedoch vorzeitig eingestellt. Auch mit seinem Ex-Teamkollegen Shaquille O'Neal (nun Miami Heat), der zwölf Punkte für den Osten beisteuerte, trug Bryant einen stillen Konflikt aus.

Als einzige Spieler verweigerten die beiden Stars, die Los Angeles zwischen 2000 und 2002 drei NBA-Titel beschert hatten, vor dem Spiel den Handshake. "Auch als wir zusammen gespielt haben, waren wir nicht die besten Freunde", sagte Bryant, der im vierten Viertel eine erfolglose Aufholjagd des vor dem Spiel klar favorisierten Westens mit zwei Dreiern einleitete. (APA/Reuters)

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