Nordkorea: "Zeit nicht reif für Wiederaufnahme der Atomgespräche"

19. Februar 2005, 21:10
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Wegen "feindlicher Politik der USA" - Gesandter Chinas nach Nordkorea gereist

Peking - Nordkorea hat am Samstag eine baldige Wiederaufnahme internationaler Gespräche über sein Atomprogramm abgelehnt. Es sei weder die Zeit für direkte Verhandlungen mit den USA noch für eine Wiederaufnahme der Sechs-Parteien-Gespräche unter Einschluss von China, Russland, Südkorea und Japan, sagte ein Sprecher des nordkoreanischen Außenministeriums einer Meldung der chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge.

"Da die USA auf ihrer feindlichen Politik gegenüber der DVRK (Volksrepublik Nordkorea) bestehen und sich weigern, in Koexistenz mit der DVRK zu leben (...) gibt es keinen Grund für die DVRK, jetzt mit den Vereinigten Staaten in direkter Weise bilaterale Gespräche über das Atomthema auf der koreanischen Halbinsel zu führen", sagte der Sprecher.

Gesandter Chinas nach Nordkorea gereist

Ein chinesischer Spitzenfunktionär ist am Samstag zur Vermittlung im Konflikt um das Atomprogramm Nordkoreas nach Pjöngjang gereist. Es wird erwartet, dass Wang Jiarui die nordkoreanische Führung zur Fortsetzung der so genannten Sechs-Parteien-Gespräche bewegen soll. Nordkorea hatte in der vergangenen Woche erklärt, es sei im Besitz von Atomwaffen und werde bis auf weiteres nicht mehr an den Gesprächen mit Südkorea, den USA, Russland, China und Japan über die Beilegung des Atomstreits teilnehmen.

Wie lange Wang, der der internationalen Abteilung der chinesischen KP vorsteht, in der nordkoreanischen Hauptstadt bleiben wird, ist nicht bekannt. Die USA hoffen, dass China als letzter großer Verbündeter des kommunistischen Nordkoreas auch seinen wirtschaftlichen Einfluss geltend macht, um Pjöngjang von Atomwaffen abzubringen. Für Nordkorea ist China ein unverzichtbarer Handelspartner und Brennstofflieferant.

Die chinesische Führung hat jedoch erklärt, sie habe keinen Einfluss auf die Regierung des nordkoreanischen Präsidenten Kim Jong Il.

Nordkorea hatte am 10. Februar erklärt, über Atomwaffen zu verfügen und seine Teilnahme an den Sechser-Gesprächen ausgesetzt. Dabei hatten sich Südkorea, Japan, Russland, China und die USA darum bemüht, Nordkorea mit Hilfs- und Sicherheitszusagen zur Aufgabe seines Atomprogramms zu bewegen. (APA/Reuters)

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