Internationaler Alarm um Farbstoffe in Lebensmitteln

21. Februar 2005, 19:55
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Britische Lebensmittelüberwachung ließ Regale räumen - Möglicherweise auch Österreich betroffen

London/Wien - Die britische Lebensmittelüberwachung hat international Alarm wegen eines gefährlichen Farbstoffs in vielen Nahrungsmitteln ausgelöst. In britischen Lebensmittelgeschäften müssen hunderte unterschiedlicher Waren aus den Regalen genommen werden, wie die zuständige Behörde am Freitag bekannt gab.

"Keine akute Gefahr"

Die krebsfördernde rote Substanz Sudan I dient sonst zum Färben von Benzin, Schuhcreme, Ölen und Wachsen. Verunreinigte britische Erzeugnisse seien auch in zahlreiche andere Länder exportiert worden, darunter die Schweiz und Österreich, hieß es in Großbritannien. Ein Sprecher der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) erklärte Freitag Abend gegenüber der APA, dass derzeit keine akute Gesundheitsgefahr bestünde.

Wurst, Suppen, Soßen

Der Farbstoff war in einer Charge Chilipulvers enthalten, die von dem Unternehmen Premier Foods zur Herstellung von Worcestersauce verwendet worden war. Diese diente dann als Zutat bei der Herstellung von mehr als 350 verschiedenen Tiefgefrier- und Frischprodukten wie Pasteten, Sandwiches, Wurst, Suppen und Soßen. Die von ihnen ausgehende Gefahr sei wahrscheinlich nur gering, erklärte die Überwachungsbehörde, jedoch sollten die Verbraucher nicht unnötigerweise Risiken ausgesetzt werden.

AGES-Sprecher Oskar Wawschinek erklärte, dass das Problem mit der Substanz Sudan I seit längerem bekannt sei. Deshalb würden Lebensmittel darauf auch untersucht. Nur wenn man den Stoff auf Dauer und über einen längeren Zeitraum hinweg zu sich nehme, könnte sich eine Gefährdung ergeben.

Stichproben

Seit Juli 2003 müssen alle Chilipulver-Importe nach Großbritannien mit einer Bescheinigung versehen sein, dass sie kein Sudan I enthalten, jährlich werden über 1.000 Warenposten stichprobenweise überprüft. Dennoch wurde die Verunreinigung den Angaben zufolge erst entdeckt, als die italienische Lebensmittelüberwachung eine Ladung britischer Worcestersauce der Marke Premier Foods untersuchte.

Die von den Italienern informierten Briten lösten international einen so genannten Nahrungsmittel-Schnellalarm aus. Laut Premier Foods war die Worcestersauce auch in andere europäische Länder und nach Nordamerika sowie verschiedene Inselstaaten exportiert worden. Genannt wurden neben der Schweiz und Österreich auch Frankreich, die Niederlande, Belgien, Dänemark, Griechenland, Irland, Zypern, Malta, die USA und Kanada. Deutschland war nicht dabei.

Rasche Beseitigung

Der Chef der britischen Lebensmittelbehörde Jon Bell berichtete, seine Dienststelle arbeite mit der Industrie zusammen, um eine rasche Beseitigung der betreffenden Erzeugnisse aus den Regalen der Geschäfte zu erreichen. Im Internet wurde eine vollständige Liste der 350 betroffenen Tiefgefrier- und Frischprodukte veröffentlicht. (APA/AP)

Webtipp

food.gov.uk/sudanlist http://www.food.gov.uk/sudanlist)
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