Fischer zieht positive Zwischenbilanz des Indien-Staatsbesuchs

20. Februar 2005, 19:34
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Außenminister Singh berichtete von "erfolgreicher" Pakistan-Reise - Sonia Gandhi konzentriert sich auf Innenpolitik

Neu-Delhi - Bundespräsident Heinz Fischer hat eine positive Zwischenbilanz seines Staatsbesuchs in Indien gezogen. Die Visite erfolge "in guter Zeit und in kooperativer Stimmung", sagte Fischer am Freitag in Neu-Delhi, bevor er am selben Tag nach Andhra Pradesh weiterreiste. Zuvor sprach Fischer noch mit Außenminister Natwar Singh, der dem Bundespräsidenten bereits beim Staatsbankett am Vorabend von einem "erfolgreichen" Besuch beim Nachbarn Pakistan berichtet hatte.

Grund für Optimismus

Indien hoffe auf die Herstellung eines freundschaftlichen Verhältnisses mit Pakistan, gab Fischer die Erwartungen des indischen Außenministers wieder, der politische Gespräche in Islamabad geführt hatte. Die beiden Nachbarstaaten haben wegen Kaschmir mehrere Kriege miteinander geführt. Laut Fischer sieht die indische Seite jetzt Grund für Optimismus. Sorge bereitet der Regierung in Neu-Delhi hingegen die Entwicklung im benachbarten Nepal, wo maoistische Rebellen gegen die Monarchie agieren und der König kürzlich die Regierung entmachtete.

Gandhi: "Eindrucksvolle Persönlichkeit"

Die Chefin der regierenden indischen Kongresspartei, Sonia Gandhi, mit der er am Vorabend zusammengetroffen war, bezeichnete der Bundespräsident als "eindrucksvolle Persönlichkeit, die sich vor allem mit Fragen der Innenpolitik beschäftigt und versucht, die Koalition zusammenzuhalten". Gandhi sei zuversichtlich, dass ihr dies auch für die laufende Legislaturperiode gelingen werde. Die Kongresspartei war im Vorjahr nach langjähriger Oppositionszeit an die Regierung zurückgekehrt.

Bollywood ist interessiert

Positiv äußerten sich auch die Landeshauptleute Herwig van Staa (Tirol) und Gabriele Burgstaller (Salzburg) über den bisherigen Verlauf des Indien-Besuchs. Beide erwähnten, dass indische Filmteams bereits Interesse für Projekte in österreichischer Landschaftskulisse signalisierten. Van Staa zeigte sich erfreut über die angebahnte wissenschaftliche Kooperation zwischen Hochschulen in Tirol und in Indien.

"Heimspiel"

Indien ist für den Bundespräsidenten sozusagen "ein Heimspiel". Viele Male hat er dieses Land besucht, in offizieller Funktion wie auch als Privatmann - zuletzt im Vorjahr, wie verlautete. Vor 33 Jahren - kurz vor der Geburt seines Sohnes - reiste er erstmals nach Indien, verriet Fischer am Rande des Staatsbesuchs. Auf der nächsten Reisestation, Hyderabad in Andhra Pradesh, trifft er auf einen alten Freund: Den heutige Chefminister des Unionsstaates, Raja Sekhara Reddy, kennt Fischer seit seiner Studienzeit. (APA)

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    Fischer mit Gattin in Indien

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    Leitl und Fischer beim Volkstanz

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