Andreas Hofer wurde vor 195 Jahren erschossen

20. Februar 2005, 10:00
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Vielen gilt der Tiroler als Freiheitsheld - viele werfen ihm eine "reaktionäre Politik" vor

Innsbruck - Am Sonntag, dem 20. Februar, jährt sich zum 195. mal jener Tag, an dem der Tiroler Freiheitsheld Andreas Hofer in Mantua von französischen Soldaten hingerichtet wurde. In den Augen vieler Nord-, Süd und Osttiroler gilt er immer noch der Freiheitsheld des Volkskrieges von 1809. In zahlreichen Feiern zwischen Mantua und Innsbruck wird dem "Sandwirt" gedacht.

Der am 22. November 1767 in St. Leonhard im Südtiroler Passeiertal geborene "Sandwirt" lernte in jungen Jahren als Wein- und Pferdehändler ganz Tirol kennen. Mit 23 Jahren wurde er als Vertreter des Passeiertales zum Landtag nach Innsbruck geschickt. Kurze Zeit später gab es die ersten Einfälle napoleonischer Truppen in Tirol. Nach dem Frieden von Preßburg musste der österreichische Kaiser Tirol an Bayern abtreten. Die Tiroler versuchten zunächst, sich der Fremdherrschaft zu fügen. Doch im Jänner 1809 brach Hofer nach Wien zu seinem Vertrauten Erzherzog Johann auf: Es ging um einen neuen Krieg gegen Napoleon.

Rebellion

Obwohl Wiener Hof und Militärs einem Volksaufstand misstrauisch gegenüber standen, brach im April 1809 die Rebellion im "Heiligen Land" los. Mit seinen schlecht ausgerüsteten Schützen gelang Hofer bei Sterzing ein erster Sieg über die bayerische Armee. Auch in Innsbruck war die Erhebung erfolgreich. Kaiser Franz sicherte jetzt den Aufständischen zu, dass Wien eine dauernde Vereinigung mit Tirol anstrebe. Eine bayerische Interventionsarmee wurde in der zweiten Schlacht am Bergisel bei Innsbruck zurückgeschlagen. Doch unterdessen verpflichtete sich Österreich gegenüber Napoleon, sämtliche Truppen aus Tirol und Vorarlberg abzuziehen, was bis heute als Verrat Wiens an Hofer gesehen wird.

Kurze Herrschaft

Hofers Gefolgsleute waren damit faktisch auf sich allein gestellt. Dennoch kesselten sie in unzugänglichen Schluchten des Landes den Feind ein und fügten ihm schwere Verluste zu. In der dritten Bergiselschlacht gelang Andreas Hofer noch einmal ein knapper Sieg über die Bayern und Franzosen. Nun begann seine kurze Herrschaft in Innsbruck als "Oberkommandant". Von der Hofburg aus führte er, mit aufgekrämpelten Hemdsärmeln und einer Flasche Rotwein in der Hand (wie es in zeitgenössischen Berichten hieß), die Regierungsgeschäfte. Bei den Bürgern der Tiroler Landeshauptstadt wurde der tiefreligiöse und streng konservative Hofer nicht allzu sehr geschätzt. Die Frauen der liberalen Innsbrucker bedachte er mit Bekleidungsvorschriften. Deshalb wird ihm bis heute vorgeworfen, eine "reaktionäre Politik" verfolgt zu haben.

Mantua

Im Frieden von Schönbrunn musste Österreich neuerlich die Abtrennung Tirols akzeptieren. Anschließend ließ Napoleon 56.000 Mann aus verschiedenen Richtungen anmarschieren. Hofer verließ Innsbruck. Am 1. November stürmten die bayerischen Truppen die Verschanzungen am Bergisel. Einige Gefechte endeten für die Tiroler Schützen zwar noch erfolgreich, Hofer musste aber flüchten. Er wurde verraten und verhaftet. Ein Militärgericht verurteilte ihn auf Anweisung Napoleons im Februar 1810 zum Tode. Am 20. Februar 1810 wurde er in Mantua erschossen, wo er bis heute auch bei der dortigen Bevölkerung verehrt wird. (APA)

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    Ein Bild von Andreas Hofer von Jakob Plazidus Altmutter aus dem Jahre 1809

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