Tirol: Stadt verträgt mehr Autobahn

18. Februar 2005, 08:50
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Okay für Abfahrt Innsbruck-Mitte - Verwirrung um Lkw-Emissionen

Innsbruck - In etwa zwei Wochen wird das Verkehrsministerium grünes Licht für den Bau der umstrittenen Autobahnabfahrt Innsbruck Mitte (AIM) erteilen, erklärt Sektionschef Arnold Schiefer, als früherer FP-Mandatar ein Kenner der lokalen Verhältnisse. Schiefer betont, es seien "im Rahmen der Erörterungen zu dem Projekt keine Sachen vorgebracht worden, die gegen eine Umweltverträglichkeit sprechen" würden.

Lkw-Emissionen

Schiefer widerspricht einer Kritik des Transitforums (tfA) wonach das Ministerium "versuche, eine Umweltverträglichkeitsprüfung zu umgehen". tfA-Obmann Fritz Gurgiser befürchtet, dass bei der Trassenverordnung die zu erwartenden Lkw-Emissionen "einfach weggelassen werden", weil davon ausgegangen werde, dass die Asfinag ohnehin "einen Antrag auf ein Lkw-Fahrverbot über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht" stellen wird.

Verkehrsströme

Das Ministerium arbeite "korrekt und punktgenau", betont Schiefer, "Zeiten, wo Bürgerinitiativen übergangen werden, sind längst vorbei." Zugleich bekennt Schiefer, dass verschiedene Varianten bei den Frequenzen und damit verbundenen Emissionen der Abfahrt gerechnet würden, darunter solche ohne Lkws. Es liege in der Natur der Sache, dass das Ministerium eine Prognoseentscheidung zu treffen habe, meint Schiefer, niemand könne die Verkehrsströme von 2020 voraussagen.

Autobahnabfahrt zu Tivoli-und Eisstadion

Die Autobahnabfahrt in unmittelbarer Nähe zum Tivoli-und Eisstadion ist ein Projekt der konservativen Gemeinderatsmehrheit gegen Grüne, SPÖ und Anrainer. Die beiden VP-Listen versprechen sich dadurch eine Entlastung von Innsbrucks meistbefahrener Straße, dem Südring. Die Kritiker warnen davor, dass dadurch noch mehr Verkehr in die Stadt gelockt würde. Eine im November veröffentlichte Studie von Heinz Tiefenthaler bestätigt die Kritiker. Denn nach der Studie würde ein beim Tivolistadion geplanter Park&Ride-Parkplatz links liegen gelassen, relevante Umsteigeffekte seien auch durch eine noch zu errichtende Straßenbahnlinie nicht zu erzielen. (hs, DER STANDARD Printausgabe 17.2.2005)

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