Wachstumsmarkt Indien lockt Österreicher an

10. März 2005, 19:54
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Hundertköpfige Wirtschaftsdelegation sucht Kooperations- und Investitionsmöglichkeiten - Mit Infografik

Wien - Bundespräsident Heinz Fischer ist am Mittwoch zu seinem ersten, knapp einwöchigen Staatsbesuch nach Indien aufgebrochen. Mit dabei sind Diplomaten und eine gut hundert Teilnehmer zählende Wirtschaftsdelegation, der Wirtschaftsminister Martin Bartenstein und Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl angehören.

Indien ist für die heimische Wirtschaft besonders attraktiv, weil die Wirtschaft in einem Ausmaß boomt, von dem Österreich und Europa nur träumen können: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 547 Milliarden US-Dollar (424 Mrd. Euro), der Dienstleistungssektor legte im Vorjahr um 8,4 Prozent zu und macht bereits 50,8 Prozent des BIP aus.

30 Prozent stellte der industrielle Sektor, der um 6,7 Prozent zulegte, allen voran die Autoindustrie mit einer Jahresproduktion von mehr als einer Million Pkw. Dass bei der Wirtschaftsdelegation Repräsentanten von 70 Unternehmen mit an Bord sind - von AUA über Kapsch und Magna Steyr bis hin zu VA Tech und Voestalpine -, darf also nicht überraschen.

Absatzmarkt

Für die heimische Wirtschaft ist die (kaufkraftbereinigt) viertgrößte Volkswirtschaft der Welt weit mehr als Fertigungs- und Dienstleistungsstandort. Insbesondere der Absatzmarkt, dessen Mittelschicht auf rund 200 Millionen Konsumenten geschätzt wird, lockt Auslandsinvestoren an.

Leitl betonte vor der Abreise, er hoffe, auch indische Unternehmen auf Österreich aufmerksam machen zu können: "Ich sehe ausgezeichnete Chancen auf Zusammenarbeit in Energie- und Medizintechnik, Eisenbahnwesen, Umwelt-, Mess- und Regeltechnik, Maschinen- und Kraftwerksbau, Automobilzulieferung und Hightech."

Konkrete Chancen

Konkrete Chancen auf Realisierung hat demnach ein 350-Megawatt-Laufkraftwerk in Hyderabad, das von Verbundplan ausgearbeitet und von VA-Tech-Hydro gebaut werden könnte - so die Wasserkraftsparte nach der Übernahme durch Siemens nicht verkauft wird. Unterschriftsreif sei auch ein Joint Venture von Energea für eine Biodieselanlage.

Mit dabei im Tross sind auch Rotes Kreuz, Caritas, Diakonie und Volkshilfe, die im Rahmen von "Nachbar in Not", die im Rahmen der Fluthilfe ihre Partnerorganisationen besuchen. Von den 29,2 Mio. Euro Spenden wurde bisher ein Drittel vergeben. (red, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 17.02.2005)

  • Infografik: Wirtschaftsaufschwung in Indien
    grafik: der standard

    Infografik: Wirtschaftsaufschwung in Indien

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